Zusammenschluss geplant

Ehe der Kirchenkreise Hann. Münden und Göttingen bahnt sich an

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Die St. Blasius Kirche in Hann. MÜnden. 

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hann. Münden wird mit dem Kirchenkreis Göttingen Gespräche aufnehmen, um einen Zusammenschluss auszuloten. 

Über ein Ja oder Nein soll bis 2021 „begründet“ entschieden werden. Darauf einigte sich der Kirchenkreistag einstimmig in seiner Sitzung im St.-Matthäus-Altenwohnheim Hermannshagen vor der Neuwahl des Kirchenparlaments im Jahr 2019.

Betroffen davon wären rund 22.000 Mitglieder im Kirchenkreis Hann. Münden und rund 75.000 Mitglieder im Kirchenkreis Göttingen. Kommt es zu einem Zusammengehen, würde der größte Kirchenkreis im Sprengel Hildesheim-Göttingen entstehen. 

Vor einem Jahr hatten Hann. Mündens Superintendent Thomas Henning und der Vorsitzende des Kirchenkreistages, Ulrich Görnandt, die Diskussion über einen möglichen Zusammenschluss auf breiter Front eröffnet. Inzwischen hat es diverse Sitzungen dazu gegeben, etwa in einem eigens geschaffenen Perspektivausschuss, dessen Mitglieder die Ergebnisse ihrer Beratungen in der Kirchenkreistagung vorstellten. 

Gesprochen werden soll über die Themenbereiche Diakonie, Kinder- und Jugendarbeit, Kirchenmusik, Pfarr- und Diakonenstellen, Finanzen und Vermögen, Gebäudemanagement sowie über Gremien, Ausschüsse und Superintendenturen. Die Befürworter versprechen sich angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen und fehlendem Pastorennachwuchs eine Stärkung der Gemeinden und eine größere Leistungsfähigkeit. 

Als wünschenswert bezeichnete Rolf Böckmann im Falle eines Zusammenschlusses die Schaffung zweier etwa gleichgroßer Superintendenturen mit einem leitenden Superintendenten. Einig ist sich der Kirchenkreistag, dass Hann. Münden in einem neuen Kirchenkreis „adäquat vertreten sein müsse“. Kritiker befürchten einen Identitätsverlust.

Superintendent Thomas Henning

Vorbild für einen Zusammenschluss der beiden evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Hann. Münden und Göttingen könnte das Modell von Lüneburg und Bleckede im Norden Niedersachsens sein. Das wurde wiederholt in der Sitzung des Kirchenkreistages Hann. Münden genannt, in der der Kirchenkreistag Hann. Münden einstimmig beschloss, Gespräche mit Göttingen über ein Zusammengehen aufzunehmen.

Lüneburg und Bleckede haben sich zum 1. Januar 2017 vereinigt. Lüneburg zählte damals rund 63.000 Mitglieder, Bleckede 25.000. Das sind Größenverhältnisse wie zwischen Hann. Münden und Göttingen und auch die Aufteilung mit einer größeren Stadt und einem ländlichen Bereich ähnelt sich.

Geführt wird der neue Kirchenkreis im Norden von der Leitenden Superintendentin Christine Schmid und dem Superintendenten Christian Cordes, der vor dem Zusammenschluss Superintendent des Kirchenkreises Bleckede war.

Schmid nannte damals als Hauptgrund für den Schritt: „Die Stabilität der Strukturen wird gestärkt, und wir können durch die gemeinsame Organisation übergemeindliche Dienste verbessern.“ Gestärkt wurden unter anderen die Jugendarbeit und die Kirchenmusik.

Ein ähnliches Modell hält der Mündener Kirchenkreis auch im Falle eines Zusammengehens mit Göttingen für denkbar – „mit etwa zwei gleich großen Visitationsbereichen“, wie Kirchenkreistagsmitglied Rolf Böckmann sagte. Dazu soll es ebenfalls eine funktionale Aufteilung geben. 

Der Kirchenkreis Hann. Münden mit seinen rund 22.000 Mitgliedern teilt sich gegenwärtig in das sogenannte Unter- und Obergericht sowie die Region Stadt Hann. Münden auf. Das Untergericht besteht aus den vier Kirchengemeinden Dransfeld, Jühnde-Barlissen-Meensen, Niemetal-Bühren und Scheden-Dankelshausen. Zum Obergericht zählen Benterode, Escherode-Nieste, Landwehrhagen, Lutterberg, Speele und Uschlag.

Die Region Stadt Hann. Münden wird aus den Gemeinden Gimte-Hilwartshausen, Hedemünden, Hemeln-Bursfelde, Hermannshagen, Münden Stadtkirche, Münden St. Lukas und Wiershausen-Lipoldshausen gebildet. Superintendent ist Thomas Henning. In Göttingen gibt es etwas mehr als 60 Gemeinden mit rund 75.000 Mitgliedern. Superintendent ist Friedrich Selter, der nach einer zehnjährigen Amtszeit einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde. 

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