Sterbebegleitung

Ehrenamt in Hann. Münden: Dunja Christokat arbeitet im Hospiz

Dunja Christokat im Hann. Mündener AWO-Hospiz
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Dunja Christokat arbeitet ehrenamtlich im Hann. Mündener AWO-Hospiz.

Im Hospiz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hann. Münden werden sterbende Menschen umsorgt. Ehrenamtliche begleiten sie und ihre Angehörigen.

„Wir schenken Zeit“, sagt Dunja Christokat, die seit sieben Jahren ehrenamtlich im Hann. Mündener Awo-Hospiz mitarbeitet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, zuzuhören, Gespräche zu führen mit Gästen und Angehörigen, Zeit zu haben.

„Das sind oft ganz beeindruckende Gespräche, viele erzählen uns interessante Kapitel aus ihrer Lebensgeschichte. Nicht alles ist traurig, auch wenn wir hier in einer Ausnahmesituation sind, da wir sterbenskranke Menschen betreuen, sagt die 52-jährige gelernte Krankenschwester. Da im Hospiz nicht das Sterben, sondern das Leben der Gäste im Vordergrund steht, achtet sie darauf, eher farbenfrohe Kleidung zu tragen.

Ziel sei es, den Gästen ein Gefühl von Zuhause und Geborgenheit zu geben. Kürzlich hat das Hospiz den 1000. Gast aufgenommen. „Ich empfinde meine Arbeit hier als sehr schönes Ehrenamt. Das Vertrauen und die Anerkennung, die mir hier entgegengebracht werden, erfüllen mich“, so Christokat. Neben den Gesprächen erfülle sie auch gern kleine Wünsche: „Wenn sich zum Beispiel jemand ein Eis oder eine Milchsuppe wünscht, dann bringe ich das aufs Zimmer.

Für die Gäste sei es wichtig, sich nicht allein zu fühlen: „Manchmal sitzen wir Ehrenamtlichen einfach Bett oder wir lesen etwas vor. Ich erinnere mich an eine ältere Dame, die gern Zarah Leander hörte. Dann habe ich das laut abgespielt und sie hat sich gefreut.“ Für die Ehrenamtlichen gibt es einen Dienstplan. „Aber jeder kann seinen Arbeitstag selbst gestalten und sich dort einbringen, wo gerade Bedarf ist“, erklärt Christokat, die sich auch in der Stadtkirchengemeinde ehrenamtlich einbringt.

Ehrenamtliche gesucht: Kurs bereitet auf Sterbebegleitung vor

Wegen der Coronakrise durften die ehrenamtlichen Mitarbeiter lange Zeit nicht ins Hospiz. „Das war für uns alle schwer, schließlich sind Nähe und Zuwendung wichtig für unsere Arbeit. Es war befremdlich, die Menschen nicht in den Arm nehmen zu dürfen.“ Außerdem sei dadurch natürlich eine wichtige Unterstützung für die hauptamtlichen Mitarbeiter für einige Zeit weggefallen.

„Umso mehr freuen wir uns, darüber, dass wir wieder helfen dürfen“, sagt Dunja Christokat. An einige Geschichten, die sie in den vergangenen sieben Jahren erfahren hat, erinnert sie sich noch gut: „Die Ehefrau eines Gasts übernachtete über mehrere Wochen bei uns. Ich habe ihr dann die Stadt gezeigt, war mit ihr einkaufen. Das werde ich nie vergessen“, sagt Dunja Christokat.

Um auch schwierige Gespräche zu verarbeiten, finden für die Mitarbeiter regelmäßig Supervisionstreffen in der Gruppe statt: „Dann kann jeder noch mal über seine Erlebnisse sprechen. Das tut uns gut.“ Alle Ehrenamtlichen müssen vor ihrer Arbeit im Hospiz an einem Vorbereitungskurs teilnehmen. Auch ein Praktikum gehört dazu. Das Hospiz sucht motivierte Ehrenamtliche. Ein Kurs zum „Ehrenamt im ambulanten und stationären Hospiz“ findet in der Zeit vom 15. Oktober bis zum 1. Februar statt.

Infos: Awo-Hospiz Telefon: 0 55 41/95 44 70 und über den ambulanten Hospizdienst Alpha, Telefon: 0 55 41/98 19 19

Von Thomas Schlenz

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