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Hann. Münden: Eier von glücklichen Hühnern

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Von: Hannah Köllen

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Präsentieren den Ei-Omaten: Patricia Möhle und Hendrik Sinsel verkaufen die Eier ihrer 70 Hühner.
Präsentieren den Ei-Omaten: Patricia Möhle und Hendrik Sinsel verkaufen die Eier ihrer 70 Hühner. © HANNAH KÖLLEN

Patricia Möhle und Hendrik Sinsel betreiben den „Ei-Omat“ in Hann. Münden

Hann. Münden – Auf dem Grundstück an der Eichendorffstraße 23 in Hann. Münden steht ein Verkaufsautomat. An dem Automaten können nicht, wie sonst üblich, Zigaretten oder Süßigkeiten erworben werden, sondern Hühnereier. Deshalb wird der Automat auch Ei-Omat genannt.

Die Eier, abgepackt in 10er-Kartons, können rund um die Uhr an dem Automaten gekauft werden. Die Hühner, deren Eier in dem Automaten in Hann. Münden landen, gehören Patricia Möhle und ihrem Partner Hendrik Sinsel. Seit vergangenem April besitzt das Paar 70 Hühner, die alle auf einer 2200 Quadratmeter großen Wiese in Gimte leben. „Es ist das erste Mal, dass wir Hühner haben. Aber wir besitzen schon Schafe und dann hatten wir eines Tages die Idee, uns auch Hühner anzuschaffen“, sagt Patricia Möhle. Bis zu 60 Eier kann das Paar jeden Tag einsammeln. Einige davon verbrauchen sie selbst, der größte Teil geht in den Verkauf im Ei-Omaten. „Momentan legen unsere Hühner etwas weniger Eier, weil ihnen einfach zu warm ist“, sagt Möhle. Die Tiere würden aktuell rund 100 Liter Wasser am Tag verbrauchen. Neben dem üblichen Futter wie Erbsen, Soja, Raps, Mais und Muschelgrit, bekommen die Hühner auch Beeren, Nektarinen, Pfirsiche und Melone, „alles, was abkühlt“, sagt Möhle. Den Großteil des Futters bezieht das Paar bei einem Landwirt aus der Region.

Bis zum Verkauf ihres ersten Kartons voller Eier gab es jedoch einiges zu erledigen und zu beachten. „Den Wagen, in dem die Hühner die Nächte verbringen, habe ich über den Winter selbst gebaut“, sagt Hendrik Sinsel. Außerdem habe er Online-Seminare bei der Landwirtschaftskammer belegt, um sich Wissen über Hühner anzueignen. In den Ei-Omaten, den Sinsel für 2400 Euro gekauft hat, passen bis zu 20 Eierkartons. „Bei den aktuellen Temperaturen machen wir den Automaten aber nicht voll, sondern legen lieber noch mal Kartons nach“, sagt Sinsel. Im Durchschnitt würden täglich sechs Kartons verkauft, sagt Sinsel. „Damit wir die Eier offiziell verkaufen dürfen, mussten wir einige Prüfungen abnehmen lassen“, sagt Sinsel. Das Veterinäramt überprüfte die Unterbringungsgegebenheiten der Tiere in Gimte. Ein Mitarbeiter vom Verbraucherschutz kontrollierte das weitere Prozedere. „Jedes Ei wird von uns gewogen und durchleuchtet, um eventuelle Bruchstellen zu entdecken“, sagt Sinsel.

Die Eier gehören gemischten Gewichtsklassen an. Jedes Ei wiege mindestens 53 Gramm, was der Gewichtsklasse M entspreche, die meisten der Eier seien jedoch noch größer, so Sinsel. Ein Karton mit 10 Eiern kostet 3,60 Euro. „Im Supermarkt bekommt man günstigere Eier. Aber das besondere an unseren Eiern ist, dass die Kunden wissen, was sie kaufen und dass es den Hühnern gut geht“, sagt Patricia Möhle.

Jeder, der wolle, könne sich den Lebensraum der Tiere in Gimte gerne anschauen kommen. Die Kunden freut es: „Die Eier sind groß und sehr lecker, das gefällt mir“, sagt Marianne Müller, eine Frau aus der Nachbarschaft, als sie sich einen Karton Eier am Ei-Omaten kauft.

„Die Hühnerhaltung und der Verkauf der Eier sind ein schönes Hobby. Leben können wir davon aber nicht“, sagt Möhle. Ihr Partner Hendrik Sinsel genießt die Arbeit mit den Tieren: „Für mich bedeutet das Entspannung, es ist ein guter Ausgleich“, sagt der 35-Jährige, der hauptberuflich bei der Stadt Witzenhausen arbeitet. Für das Paar steht fest: Das Wichtigste ist, dass die Tiere ein gutes Leben bei ihnen haben werden. (Hannah Köllen)

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