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Kulturstaatsministerin Claudia Roth bekommt nach Besuch in Hann. Münden ein Bild

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Stolz auf ihr Werk: Die aus Syrien stammende Aya zeigte ihre Bilder beim vergangenen DenkmalKunst-KunstDenkmal-Festival in Hann. Münden.
Stolz auf ihr Werk: Die aus Syrien stammende Aya zeigte ihre Bilder beim vergangenen DenkmalKunst-KunstDenkmal-Festival in Hann. Münden. © Hartmut Teichmann/nh

Hann. Münden – Die Schülerin Aya ist 15 Jahre alt. Auf der Flucht vor dem unsäglichen Krieg in ihrer Heimat Syrien, gelangte sie 2019 mit ihrer Mutter und fünf Geschwistern nach Hann. Münden.

Ihr Vater war schon 2015 geflüchtet und in Hann. Münden angekommen. Nach vier Jahren gelang es ihm dann endlich, die Familie nachzuholen. Heute leben alle im Haus der Nationen, einer Begegnungsstätte mit Wohnungen für Geflüchtete.

Dort hatte im vergangenen Jahr Conny Hiller die Künstlerin Lilly Stehling eingeladen, mit den Kindern großformatige Acryl-Bilder zu malen. Und die Ergebnisse waren derart gelungen, dass die entstandenen Werke beim großen Mündener Denkmalkunst-Festival 2022 der Öffentlichkeit in der historischen Rathaushalle präsentiert wurden.

Aya und ihre Mutter (Bild links) kamen 2019 nach Deutschland. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bild rechts) gefällt das Kunstwerk, das sie nach ihrem Besuch Münden geschenkt bekommen hat.
Aya und ihre Mutter (Bild links) kamen 2019 nach Deutschland. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bild rechts) gefällt das Kunstwerk, das sie nach ihrem Besuch Münden geschenkt bekommen hat. © Privat

Besonders beeindruckend waren dabei die Porträts der großen Reformatorin Elisabeth, die in kräftigen Farben im Stil von Pablo Picasso gemalt waren. Die Herzogin war im Mittelalter eine äußerst engagierte Reformerin und ihrer Zeit weit voraus. Sie gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Stadt.

Für die Mündener war es dann am 3. Oktober eine große Freude und Ehre, als Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien, die Kunstausstellung besuchte. Denn es geschieht nur selten, dass Spitzen-Politiker und Politikerinnen den Weg in den ländlichen Raum finden. Ihren Rundgang durch die Kunstausstellung schloss die Ministerin ab mit einem Besuch der Rathaushalle.

Hier war es deutlich zu erleben, dass Claudia Roth große Freude an den farbenfrohen Gemälden hatte, aber auch an der direkten Begegnung mit den geflüchteten Kindern. „Wir haben das zum Anlass genommen, eines der schönen Bilder zu erstehen und der Ministerin zum Geschenk zu machen“, erläutert Grünen-Vorstandsmitglied Hartmut Teichmann.

„Die Wahl fiel auf Ayas Bild. Und wie das Foto aus der Hauptstadt belegt, hat dieses Bild auch Claudia Roth Freude bereitet. Wie sie schreibt, wird es fortan Farbe in ihr Berliner Bundestags-Büro bringen.“ Aya hat eine unbändige Lust zu Malen, in der Wohnung der Familie finden sich überall Werke ihrer Kunst. Aber sie hört auch gerne Musik, insbesondere arabische. Einer ihrer Wünsche wäre noch, Gitarre zu lernen, also selbst Musik zu machen.

Mit ihren Freunden in Syrien steht sie noch regelmäßig in telefonischem Kontakt, macht sich aber gleichzeitig auch große Sorgen um sie. Doch auch in der neuen Heimat haben sich inzwischen Freundschaften entwickelt. In der Schule liebt Aya besonders das Fach Mathematik.

Doch ihr Berufsziel ist, nach dem Abitur Jura zu studieren und Anwältin zu werden: Hier möchte sie sich für die Menschenrechte und die Rechte der Frauen einsetzen. Beides sind Themen, die sie sehr bewegen. Ansonsten fühlt sie sich nach eigener Aussage in Hann. Münden sehr wohl, gerade auch, weil es eine kleine Stadt ist. Ein bislang unerfüllter Wunsch wäre eine größere Wohnung, sie hätte irgendwann gern ein eigenes Zimmer. Denn bislang muss sie sich ein Zimmer mit ihren fünf Geschwistern teilen. Die junge Frau ist stolz darauf, dass eines ihrer Werke nun den Weg bis in die Regierung nach Berlin gefunden hat.

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