Zuwachs fürs Wahrzeichen

Hann. Münden: Weserstein bekommt „Bruder“ in Nordenham

Hann. Münden Altstadt Tanzwerder /Weserstein / Foto: Bettina Sangerhausen
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Der Weserstein: Hier fließen Werra und Fulda zusammen. 

Der Weserstein in Hann. Münden bekommt einen Bruder: Das Pendant zum Mündener Wahrzeichen soll am 31. Juli in Blexen, einem Stadtteil von Nordenham an der Unterweser, eingeweiht werden.

Hann. Münden/Nordenham – „Der Stein soll auf dem Weserdeich aufgestellt werden“, sagt Rolf Bultmann, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Blexen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von dort aus habe man einen herrlichen Blick auf die Wesermündung und auf die gegenüberliegende Seestadt Bremerhaven mit ihren hohen Gebäuden, dem Auswanderer- und Klimahaus sowie dem großen Containerhafen.

Der neue Stein solle damit auf die Mündung der Weser hinweisen, während der in Hann. Münden den Weserursprung markiert. „Der 1899 aufgestellte Weserstein bei Ihnen bildet den symbolischen Start des Weserradwegs, mit unserem Stein soll der Weserradweg nun auch sein symbolisches Ende erhalten“, so Bultmann. Symbolisch deswegen, da es über die tatsächliche Grenze zwischen Weser und Nordsee unterschiedliche Definitionen gebe.

Der Stein werde etwa drei Kilometer abseits des Weserradweges stehen. Der Stein in Nordenham-Blexen soll 1,60 hoch und 80 cm breit werden. „Es ist ein Block aus rotem Sandstein aus dem Weserbergland“, erklärt Rolf Bultmann. Wie sein berühmter Verwandter in Hann. Münden wird auch der Blexener Weserstein eine Aufschrift erhalten, die allerdings etwas nüchterner als in Hann. Münden ausfällt: „Von Stein zu Stein, so soll es sein“, ist die klare Botschaft.

Der ausschließlich aus Spenden finanzierte Stein hat laut Rolf Bultmann 12 000 Euro gekostet. Für die Einweihung des Blexener Wesersteins haben sich die Initiatoren etwas Besonderes einfallen lassen: Bereits am 24. Juli reist eine Delegation aus der Stadt an der Unterweser nach Südniedersachsen.

Dort soll sie von den Hann. Mündenern feierlich begrüßt werden. Nur einen Tag später, am 25. Juli, starten die Teilnehmer zu einer Tour mit sieben Etappen zurück nach Nordenham, um dort den neuen Stein am 31. Juli einzuweihen. Bereits am 30. Juni gebe es zudem eine Vorbesprechung in Hann. Münden, an der auch Mündens Bürgermeister Harald Wegener teilnehmen werde.

Ideengeber und Initiator für das Projekt ist der in Nordenham-Blexen lebende Fritz Jacob. Ihn verbindet eine ganz persönliche Geschichte mit dem Radfahren, die ihn auf die Idee brachte. Und den verbindet eine ganz besondere Geschichte mit dem Weserradweg und vor allem dem Radsport:

Als junger Mann war Jacob Profiradsportler. In der damaligen DDR. „Seit meiner Jugend habe ich eine große Begeisterung für den Radsport, schaffte es bis Leistungsklasse 1 im Straßenrennen“, sagt der heutige Blexener. Damals habe ihn eine große Sehnsucht nach Olympia gepackt.

1960 war das, als die ganze Welt gebannt zu den 11. Olympischen Spielen nach Rom blickte. Als Teilnehmer erfüllte sich der Traum nicht, deswegen sei er, ein Jahr vor dem Bau der Mauer, nach Rom getrampt. „Wenn dich das Radsportvirus einmal gepackt hat, lässt es dich nicht mehr los“, so Jacob, der noch heute in der Bundesehrengilde beim Bund Deutscher Radfahrer ist.

Und genau diese Radsportbegeisterung war es auch, die Jacob vor einigen Jahren zum Weserradweg nach Hann. Münden führte. Dort fiel ihm dann natürlich der Weserstein ins Auge. „Irgendwann habe ich gedacht: Wo ein Anfang ist, muss auch ein Ende sein.“ So sei ihm die Idee eines Bruders oder einer Schwester des Wesersteins in Nordenham-Blexen gekommen, woher seine Frau stammt, und wo er selbst heute lebt.

Vom geplanten Standpunkt aus habe man einen tollen Blick auf die Weser und auf die gegenüberliegende Skyline von Bremerhaven.

„Wenn es in Hann. Münden so etwas gibt, dann sollen hier auch Menschen daran teilhaben können“, habe er sich gesagt und direkt die Blexener Dorfgemeinschaft über seine Idee informiert. Coronabedingt hätten dann leider viele Veranstaltungen und persönliche Treffen abgesagt werden müssen.

„Jetzt, wo das wieder möglich ist, wollen wir den Stein natürlich gebührend einweihen, mit der Radtour in sieben Etappen von der Dreiflüssestadt Hann. Münden in die Heimat“, freut sich Jacobs. Für die Menschen an beiden „Enden“ des Weserradweges sei das ein wichtiges und vor allem positives Zeichen des Aufbruchs nach einer schwierigen Zeit. (Thomas Schlenz)

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