Einzelhandel

Ein Drittel weniger Umsatz - Für Mündener Händler ist „Weihnachtsgeschäft nicht vorhanden“

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In Julia Chwoikas Laden „Herz über Kopf“ in Hann. Münden gibt es weihnachtliche Geschenkideen. Einige Produkte hat Chwoika aber wegen Lieferschwierigkeiten nicht mehr vor den Festtagen bekommen.

In der Vorweihnachtszeit können Einzelhändler in der Regel mit einem hohen Kundenandrang rechnen. Doch Corona und vergangene Lockdowns haben den Händlern das Geschäft schwer gemacht.

Hann. Münden – Für Ilona Stadler, Inhaberin von Spielwaren Hendrich, ist das „Weihnachtsgeschäft eigentlich nicht vorhanden“. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei der Umsatz vor Weihnachten um etwa 20 bis 30 Prozent eingebrochen – das erwarte sie auch dieses Jahr. Das sei nicht verwunderlich: „Man sieht ja, wie wenig in der Stadt los ist.“

Dass es keinen Weihnachtsmarkt in Hann. Münden gibt, führe zudem zu weniger Laufkundschaft. Viele Läden böten schon länger Rabatte an, das sei aber in der Vorweihnachtszeit eher unüblich und verdeutliche die Lage der Händler, so Stadler. Zudem gebe es einige größere Spielwarenfirmen, die aufgrund von Materialmangel nicht rechtzeitig haben liefern können – daher seien einzelne Produkte, wie zum Beispiel Holzschlitten, nicht lieferbar oder teurer geworden.

Weihnachtsgeschäft in Hann. Münden: Ladeninhaber sind von Lieferengpässen betroffen

Der Materialmangel macht sich auch bei der Buchhandlung Winnemuth bemerkbar, berichtet Inhaberin Julia Erlen. So seien einige Bücher verzögert angekommen oder für dieses Jahr nicht mehr lieferbar. Doch sie habe rechtzeitig bestellt, sodass sie Kunden nur selten eine Alternative habe anbieten müssen. Im Vergleich zu 2020 habe sich am Umsatz kaum etwas verändert. „Ich freue mich über jeden Kunden, der kommt.“

Das meint auch Julia Chwoika, Inhaberin von Herz über Kopf. Sie sagt aber auch: „Ich kann mich nicht beschweren. Ich bin mit einem blauen Auge davon gekommen, das ist nicht bei jedem so.“ Sie sei zwar auch von Lieferengpässen betroffen gewesen, habe das aber noch auffangen können. „Mit den kleineren Manufakturen aus Deutschland gab es da weniger Probleme.“ Viele ihrer Kunden bestellten Produkte vorab über die sozialen Medien oder telefonisch, viele kämen aber auch ins Geschäft, weil sie nicht wollten, dass noch mehr Einzelhändler aus der Mündener Innenstadt verschwinden, berichtet Chwoika.

Auch bei der Tee- und Weinhandlung von Heike Beuermann bestellten einige Kunden Weihnachtsgeschenke vorab. Häufiger als in der Zeit vor der Pandemie käme das aber nicht vor. Auch sie sagt, die Verluste seien spürbar, aber in Anbetracht der aktuellen Lage sei sie zufrieden. „Ich bin froh, dass wir überhaupt geöffnet haben.“ (Natascha Terjung)

Kunden und Händler sind wegen ständig wechselnder Corona-Regeln verunsichert

Die Rückmeldungen der Einzelhändler seien unterschiedlich, sagt Tobias Vogeley, Hann. Mündens Wirtschaftsförderer. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft sei kein Vergleich zu 2019. Die kurzfristige Absage des Weihnachtsmarktes, Warnstufe 2, die kurzzeitige 2G-Pflicht, FFP2-Maskenpflicht, steigende Inzidenzen und Omikron hätten zu einer Verunsicherung bei Kunden und Händlern geführt. Es habe viele Anrufe bei Händlern bezüglich der Corona-Regeln gegeben. (ter)

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