Ehrenamtliche Helfer

Großfamilientisch in Dransfeld: Kostenlose Lebensmittel für alle, die sie brauchen

Verteiltag: Unser Bild zeigt Großfamilientisch-Initiatorin Dorothe Mittelstädt (hinten rechts) zusammen mit ihren Ausgabehelferinnen Stefanie Freitag (links) und Bettina Aue sowie Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers, der die Aktion nach Kräften unterstützt.
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Verteiltag: Unser Bild zeigt Großfamilientisch-Initiatorin Dorothe Mittelstädt (hinten rechts) zusammen mit ihren Ausgabehelferinnen Stefanie Freitag (links) und Bettina Aue sowie Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers, der die Aktion nach Kräften unterstützt.

Dransfeld – Mit dem Verteilen von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs wollen ehrenamtliche Mitarbeiter der katholischen Kirche sowie des Familienzentrums der Samtgemeinde Dransfeld/DRK-Kreisverband Menschen helfen.

Donnerstagnachmittag, kurz vor 16 Uhr: Die Garage im Hinterhof des Dransfelder Rathauses gleicht mehr und mehr einem kleinen Einkaufsladen. Kiste um Kiste gefüllt mit Obst und Gemüse, Milch und Fleisch, aber auch einzelne Packungen mit Kartoffelpüree oder Windeln und sogar ein Sack mit Grillkohle holen Dorothe Mittelstädt von der katholischen Pfarrgemeinde St. Heinrich und Kunigunde in Göttingen-Grone und Stefanie Freitag von der Samtgemeinde Dransfeld aus dem großen Kombi und platzieren alles in Regalen, auf Rollwagen oder auf dem Fußboden.

„Das sind alles Lebensmittel und Waren, die nicht mehr verkauft werden können und die normalerweise im Müll landen würden“, sagt Dorothe Mittelstädt. „Mit dieser Aktion retten wir nicht nur alles, sondern helfen damit auch noch Menschen, die sich so etwas nicht leisten können.“ Seit drei Jahren engagiert sich Mittelstädt für die Aktion „Großfamilientisch“ der katholischen Kirche. „Vor Ausbruch der Corona-Pandemie gab es einmal wöchentlich in Bovenden ein großes Treffen, zu dem jeder Bedürftige kommen und sich etwas mitnehmen konnte“, sagt sie. Weil Treffen in dieser Größenordnung dann untersagt wurden, die von verschiedenen Lebensmittelmärkten zur Verfügung gestellten Waren aber nach wie vor vorhanden waren, habe sie andere Wege gesucht, sie an die Frau, den Mann oder das Kind zu bringen.

In Dransfeld so richtig aktiv wurde sie, nachdem der dortige Lidl-Markt im Oktober vergangenen Jahres seine Filiale neu eröffnet und seine Kooperation zugesagt hatte. „Als dann noch der Dransfelder Bioladen und der Nettomarkt in Scheden beim Großfamilientisch mitmachen wollten, habe ich die Waren zunächst bei mir zuhause in der Garage verteilt oder zu den Familien gefahren“, sagt Dorothe Mittelstädt, die erst seit zwei Jahren in Dransfeld wohnt.

Nachdem ihr dann vorübergehend ein Ausgabeplatz auf einem Hof überlassen worden war, sei sie mit Stefanie Freitag und Bettina Aue von der Samtgemeinde Dransfeld in Kontakt gekommen. Diese erklärten sich nicht nur bereit, die Aktion als aktive Helferinnen bei der Ausgabe zu unterstützen, sondern stießen auch bei Bürgermeister Mathias Eilers sofort auf offene Ohren. Er ließ die bislang als Lagerraum genutzte Garage hinter dem Rathaus räumen sowie neu streichen und stellte sie dem Großfamilientisch als Ausgabestelle zur Verfügung.

„In dieser Frage musste nicht lange überlegt werden“, sagt Eilers. „Es gibt leider auch in der Samtgemeinde Dransfeld Menschen, die bedürftig sind und für die ist das Engagement von Frau Mittelstädt und den anderen Helferinnen Gold wert!“

Aktuell nehmen rund zehn Familien unterschiedlichster Nationalitäten das kostenlose Angebot wahr. „Wir bekommen aber so viele Waren von den Märkten, dass es durchaus mehr sein könnten“, betont Dorothe Mittelstädt. Auch Singles oder kinderlose Paare seien eingeladen, dienstags und donnerstags in der Zeit von 16 Uhr bis 16.30 Uhr vorbeizuschauen (der Zugang zur Ausgabestelle ist direkt von der Bahnhofstraße möglich). (Von Per Schröter)

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