Ein Koloss aus Stahl entsteht

Hann. Münden: Stadtentwässerung baut riesige Überdachung für Klärschlammlagerplatz

Baustelle an der Kläranlage in Hann. Münden: Das Dach soll künftig dem dort gelagerte Klärschlamm Schutz bieten, damit er nicht mehr nass wird und sich mit Wasser vollsaugt.
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Baustelle an der Kläranlage in Hann. Münden: Das Dach soll künftig dem dort gelagerte Klärschlamm Schutz bieten, damit er nicht mehr nass wird und sich mit Wasser vollsaugt.

120 Tonnen Stahl, 42 Meter Stahlkonstruktion, 2700 Quadratmeter überdachte Fläche: Das sind die Eckdaten der Hallenkonstruktion, die beim Zentralklärwerk in Hann. Münden entsteht.

Hann. Münden - „Die Halle ist ein technisches Meisterwerk“, sagt Thomas Volkmer, vom ortsansässigen Architekturbüro Volkmer, das für die Planung der Halle zuständig ist. Insgesamt soll das Dach 800 000 Euro kosten. Das sei ein fairer Preis und gut angelegtes Geld, sagt Joachim Spiegler, Betriebsleiter der Stadtentwässerung Hann. Münden. Durch Streifenfundamente anstelle von Einzelfundamenten habe Geld eingespart werden können, dazu komme ein gutes Angebot für den benötigten Stahl.

Die Halle soll den Klärschlammlagerplatz vor Regen schützen und wird dringend benötigt: Im Gegensatz zu früher dürfe Klärschlamm kaum noch auf landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht werden.

2017 sei die Klärschlammverordnung geändert worden, deswegen werde der Schlamm nun größtenteils in speziellen Anlagen verbrannt. Seitdem hätten viele Kommunen das Problem, den Schlamm schnell zu entsorgen. Insgesamt fielen in Hann. Münden im Jahr 1600 Tonnen des Rückstands aus dem Klärwerk an.

Neubau einer Klärschlammüberdachung: Einzelne Elemente der freitragenden Elemente werden per Kran an Ort und Stelle gehoben und dort verschraubt.

Der gelagerte Schlamm werde von Lastwagen abgeholt und zu einer Verbrennungsanlage gefahren. Sauge sich der Schlamm mit Regenwasser voll, steige dessen Gewicht. Die Folge: Transport- und Entsorgungskosten steigen.

Halle in Hann. Münden (Kreis Göttingen) erhält Fotovoltaik-Anlage

Die Hälfte des fertigen Dachs, der in Richtung Süden geneigte Teil, soll mit einer Fotovoltaikanlage bestückt werden. Dabei handele es sich um eine Fläche von 1300 Quadratmetern: „Damit können wir etwa 20 Prozent des Energiebedarfs unseres Standortes hier decken“, freut sich Betriebsleiter Joachim Spiegler.

Zusammen mit dem am Faulturm angeschlossenen Blockheizkraftwerk (BHKW) könnten 55 Prozent des Energiebedarfs selbst erzeugt werden. „Das hat auch zur Folge, dass wir die Abwassergebühren für unsere Kunden stabil halten können“, betont Spiegler. Am gestrigen Donnerstag waren Arbeiter damit beschäftigt, die einzelnen Stahlelemente am Boden vorzumontieren, um sie dann mit einem Autokran an die richtige Stelle zu hieven und dort zu befestigen: „Metallstützen stabilisieren die äußeren Elemente, während das Mittelstück aus einem Steiger heraus mit diesen verschraubt wird“, erklärt Thomas Volkmer.

Hier werden die Teile der Halle beim Zentralklärwerk Hann. Münden zusammengeschraubt.

„Es ist schon beeindruckend wie gut getaktet die Logistik funktioniert. Die Stahlteile werden genau dann geliefert, wenn sie eingebaut werden sollen“, sagt Joachim Spiegler. Das fertige Tragwerk der Halle werde anschließend mit Trapezblech gedeckt.

Überdachung in Hann. Münden soll nach Ostern fertig sein

Die neue Überdachung für den Klärschlammlagerplatz soll bereits in der Woche nach Ostern fertiggestellt sein. Dann folge bis Ende Mai die Fotovoltaikanlage, so Joachim Spiegler. 2018 hatte die Stadt bereits zwei moderne Kläranlagen errichtet. (Thomas Schlenz)

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