Viele Direktwahlen

Kommunalwahl Niedersachsen: Eindrücke von der „Superwahl“ im Altkreis Münden

Roswitha Göbert war eine der Wählerinnen aus Hemeln. Auf dem Bild sind noch die Wahlhelferinnen Meike Quentin und Sascha Mangels.
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Roswitha Göbert war eine der Wählerinnen aus Hemeln. Auf dem Bild sind noch die Wahlhelferinnen Meike Quentin und Sascha Mangels.

„Superwahl“ im Altkreis Münden: Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen werden im Landkreis Göttingen auch der Landrat und in Hann. Münden, Staufenberg und Dransfeld die Bürgermeister gewählt.

Altkreis Münden – Vier bis fünf Wahlzettel mussten die Wähler im Altkreis Münden am Sonntag bei der Kommunalwahl Niedersachsen ausfüllen. Die HNA-Redaktion Hann. Münden hat einen Blick in die Wahllokale geworfen und mit erfahrenen Wahlhelfern und Erstwählern gesprochen.

Hemeln

„Bereits zur Öffnung um acht Uhr herrschte ein guter Andrang im Wahlbüro in Hemeln“, berichtet Alexandra Knauf-Ponsa vom Wahlvorstand in Hemeln. Für sie ist das kein Neuland, bei vorangegangen Wahlen war sie bereits dabei. Doch diesmal sei coronabedingt einiges anders organisiert.

Ohne Mund-Nasen-Schutz durfte die Halle nicht betreten werden. Vor der Walter-Kühne-Halle standen Stühle für die Wartenden. Desinfektionsspray stand bereit, auf den Abstand wiesen Hinweise am Boden hin und wenn die Abstandsregeln mal vergessen wurden, erinnerten die Helfer freundlich daran.

Bereits um 11.30 Uhr haben von den insgesamt 588 Wählern (davon 178 per Briefwahl) in Hemeln, Bursfelde und Glashütte, 120 ihre Stimme im Wahlbüro abgegeben.

Im Eingangsbereich erhielten die Wahlberechtigten ihre Stimmzettel von den Wahlhelfern, die sie dann in Ruhe in einer der vier, weit auseinanderstehenden, Wahlkabinen ausfüllen konnten. In der Mitte der Halle stand ein weiterer Tisch, besetzt mit zwei Wahlhelfern, die den Einwurf der Wahlunterlagen in die fünf Urnen beobachteten. Einige hatten ihre eigenen Schreibmaterialien mitgebracht, es standen aber auch ausreichend Stifte zur Verfügung.

Für viele Hemelner war der Tag eine gute Gelegenheit, mal wieder Kontakt mit Menschen aus den drei Ortschaften aufzufrischen. „Für mich ist so ein Wahltag immer etwas ganz Besonderes“, oder „für mich gehört der Gang zur Urne einfach dazu“, waren Sätze, die man im Wahllokal aufschnappen konnte.

Doris Sporleder stellte fest, dass diese Wahl doch ein wenig umständlicher war, als einige zuvor. „Die Hygienemaßnahmen und die vielen Wahlzettel haben bestimmt viele ältere Wähler verunsichert“. Michael Schiller empfand den Wahlgang ebenfalls als ein wenig kompliziert. „Es ist nicht hilfreich für eine Demokratie, so viele Wahlzettel ausfüllen zu müssen, es ist verwirrend“. Er habe sich selber aber im Vorfeld ausführlich mit der Wahl der Kandidaten beschäftigt.

Hann. Münden

„Es läuft stetig durch“, berichtet Ulrike Braun vom Wahlvorstand im Wahllokal im Bürgertreff, Ziegelstraße, in der Mündener Altstadt. Zur Mittagszeit habe es etwas mehr Andrang gegeben, sodass sich eine „kleine Schlange“ bis auf die Straße gebildet habe. „Das liegt auch an den Abstandsregeln“, sagt sie.

Wahllokal im Bürgertreff in Hann. Münden: Zu sehen sind Wahlhelfer Gisbert Klockemeyer (von links), Edgar Müller, Sven Fritsch und Ulrike Braun. Es habe einen „stetigen Strom“ von Wählern gegeben, sagen sie.

Als städtische Bedienstete ist es nicht ihr erster Einsatz im Wahlausschuss. „Es hat keine besonderen Vorkommnisse gegeben.“ Die Corona-Regeln seien gut eingehalten worden.

Obwohl wahrscheinlich bereits viele Briefwahl gemacht hätte, wählt ein Großteil noch vor Ort in den jeweiligen Lokalen. „Wir sind gespannt auf das Ergebnis“, sagte sie und ihre Helfer stimmten ihr zu.

Bonaforth

In Bonaforth, im Dorfgemeinschaftshaus, waren die Wahlhelfer guter Stimmung. Die Wahlbeteiligung sei „nicht schlecht“ hieß es. Über den ganzen Tag gaben Wahlberechtigte ihre Stimmen ab. Viele hätten auch von der Briefwahl Gebrauch gemacht. Vor Ort wurde mit einem Einbahnstraßen-System dafür gesorgt, dass die Corona-Regeln eingehalten werden.

Staufenberg

Für Nele Kuri aus Landwehrhagen war diese Kommunalwahl die Premiere. Die 16-jährige Schülerin durfte in Staufenberg zum ersten Mal mitentscheiden. Und für sie war es auch keine Frage, wählen zu gehen. Im Gegenteil. Sie nehme ihr Wahlrecht gerne wahr, „weil ich Einfluss auf meine politische Zukunft haben möchte“. Nele Kuri war zusammen mit ihrer Familie am Nachmittag ins Wahllokal im Gemeindesaal der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Landwehrhagen gekommen, um ihre Stimme abzugeben. Fünf Wahlscheine galt es auszufüllen: für die Landratswahl, die Bürgermeisterwahl sowie für den Kreistag, Gemeinderat und den jeweiligen Ortsrat.

Der Wahlvorstand im Rathaus in Landwehrhagen am Nachmittag: Unser Bild zeigt Torben Gantner, Florian Freudenstein, Prof. Dr. Arnd Urban und Dr. Michaele Urban (v.li.).

Darauf, dass die Stimmzettel in die richtige Urne kamen, achtete Heidi Landmann, Beisitzerin im Wahlvorstand. Auch für die 77-Jährige war es eine Premiere. Sie hatte sich zum ersten Mal als Wahlhelferin gemeldet. Aus Neugier, Spaß und weil es sie einfach interessiere, sagt sie. Auch für die Bundestagswahl in zwei Wochen hat sie sich gemeldet. Sie gehört zu den 122 Staufenberger Wahlhelfern, die gestern nach Angaben der Gemeindeverwaltung im Einsatz waren.

Auch für Florian Freudenstein (34) war es das erste Mal. Er gehörte gestern zum Wahlhelfer-Team im Rathaus von Landwehrhagen, saß dort als Beisitzer. Vor zwei Jahren ist er mit seiner Familie aus dem Landkreis Kassel in den größten Staufenberger Ort gezogen. Er hat sich für das Ehrenamt gemeldet, weil das eine gute Möglichkeit sei, zu zeigen, dass man Teil der Dorfgemeinschaft sein möchte. Zudem könne er dadurch mehr Landwehrhäger kennenlernen.

Dransfeld

Das Wahllokal in der Stadthalle Dransfeld war durchgängig gut besucht, wie ein Mitglied des Wahlvorstandes am frühen Nachmittag berichtet. 800 Wähler seien eingeladen gewesen, an diesem Ort zu wählen, etwa 20 Prozent hätten von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Von der „guten Wahlbeteiligung“ zeugten gegen 14.30 Uhr der zur Hälfte ausgelastete Parkplatz und die Schlange vor den drei Wahlkabinen. (Petra Siebert/Jens Döll/Ekkehard Maaß/Kim henneking)

Die Ergebnisse der Kommunalwahl für Stadt und Kreis Göttingen gibt es in unserem Live-Ticker.

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