Göttinger Stadttauben

Einsatz für die Stadttaube: Arbeitsgruppe aus Hann. Münden stellt Kalender vor

Vereinsmitglieder sind an ihren Westen zu erkennen: Karin Tuchler (links) und Julia S. zeigen den Tauben-Kalender und einige
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Vereinsmitglieder sind an ihren Westen zu erkennen: Karin Tuchler (links) und Julia S. zeigen den Tauben-Kalender und einige

Tauben und vor allem Stadttauben gelten für viele als ekelig. Eine Arbeitsgruppe in Hann. Münden sieht das aber ganz anders. Ein Kalender dokumentiert nun das Leben der fliegenden Tiere. Die Einnahmen sollen den Stadttauben zugute kommen.

Hann. Münden – Einen Kalender mit Fotografien von Stadttauben hat die Arbeitsgruppe (AG) Hann. Münden des Vereins Göttinger Stadttauben jetzt herausgegeben. Es sind eindrucksvolle Fotoaufnahmen von Pflegetauben und Volierentauben aus Hann. Münden und Göttingen. Sie zeigen die Tauben unterschiedlicher Gattungen mal aus ganz anderer Perspektive.

Hann. Münden: Einnahmen werden für Taubenfutter ausgegeben

Ein Kalender kostet zehn Euro, die Einnahmen werden für Taubenfutter verwendet. Dieser Kalender ist eine von vielen Aktionen, mit der die Mitglieder das Negativbild der Stadttauben durch Aufklärung verbessern möchten. „Denn man muss wissen, Stadttauben sind verwilderte Brieftauben, die von Menschen zu den vermeintlich wilden Tauben gemacht wurden“, erklärt Karin Tuchler von der Arbeitsgruppe. Da es sich aber nicht um Wildvögel handelt, sind sie allein nicht überlebensfähig und auf die Hilfe der Menschen angewiesen.

Körner: So sieht das für Tauben artgerechte Futter aus.

„Es dauert seine Zeit, bis die Tauben diese Futterplätze akzeptieren“

Die Hilfe sieht hier in Münden zurzeit so aus, dass die hungernden Tauben an verschiedenen von der Stadtverwaltung vorgegebenen, Stellen im innenstadtnahen Bereich unter Beachtung behördlicher Auflagen um 7.30 und um 14.30 Uhr von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe gefüttert werden dürfen. Dabei handelt es sich um artgerechtes Körnerfutter. „Es dauert seine Zeit, bis die Tauben diese Futterplätze akzeptieren“, erklärt Tuchler. „Doch haben sie es begriffen, dann ziehen sie aus der Stadt raus an die Futterstellen“. Das ist gewollt. Weg von den Fastfood-Resten der Menschen, die als Fehlernährung den ätzenden und schmierigen Kot der Tiere verursachen. Auch macht dieser Dauerdurchfall die Tiere krank. Durch die Fütterung mit Körnern und Samen wird der Taubenkot weniger aggressiv und ähnelt eher Kötteln. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe kümmern sich nicht nur um die Fütterung der Tauben, sondern auch um kranke und verletzte Tiere sowie Taubenküken, die in Volieren untergebracht werden. Wunsch der Arbeitsgruppe Münden ist ein Taubenhaus außerhalb der Innenstadt.

Das hätte den Vorteil, dass die verwilderten Stadttauben in betreute Taubenschläge umsiedeln könnten, in denen artgerechtes Futter, Wasser und sichere Brutplätze zur Verfügung stehen. Gelegte Eier würden durch Gipseier ersetzt, um so die Population auf ein überschaubares Maß zu bringen. Das wäre nicht nur dem Tierwohl, sondern auch der Stadthygiene dienlich.

Fütterung mit Weißbrot macht Tauben krank

Nach Darstellung von Karin Tuchler werden Tauben oft abfällig als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet. Tauben würden nicht mehr Krankheiten übertragen als andere Vögel. Doch es gibt auch Menschen in der Stadt, die dafür sorgen, dass die Vögel nicht sich selbst überlassen bleiben: Jede noch so gut gemeinte Fütterung mit Weißbrot oder anderen Backwaren dient der Fehlernährung. „Ich gehe dann auch auf diese Menschen zu und frage, ob sie sich nicht ehrenamtlich mit der Fütterung der Tauben beschäftigen möchten. Dann bekommen die Tauben artgerechtes Futter, was nicht aus eigener Tasche bezahlt werden muss. (Petra Siebert)

Service:

Kalender gibt es in Münden bei Handarbeiten Schimek (Lange Straße 17), Bestellungen bei Karin Tuchler, Tel. 01 76 / 78 97 36 30 und Jan Mücher, Tel. 01 51 / 46 45 70 52 oder im Internet.

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