Einspruch abgelehnt: Angeklagter erschien nicht vor Gericht

Hann. Münden. Ein 26-Jähriger aus Kiel ist am Mittwochmorgen nicht zur Verhandlung im Amtsgericht Hann. Münden erschienen. Er ist wegen Fahrens ohne Führerschein angeklagt.

Der Richter urteilte: Eine Magen-Darm-Erkrankung ist keine ausreichende Entschuldigung.

Der junge Mann war im vergangenen Jahr mit 126 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn 7 bei der Werratalbrücke geblitzt worden. Tempo 100 sind dort erlaubt. Bei der Überprüfung seiner Daten stellte sich heraus, dass der Fahrer bereits seit 2010 keine gültige Fahrerlaubnis mehr besitzt und bereits wegen Fahrens ohne Führerschein vorbestraft ist.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen erließ daraufhin einen Strafbefehl und ordnete ein Bußgeld in Höhe von 2400 Euro und eine einjährige Sperrfrist der Fahrerlaubnis an. Gegen diesen Strafbefehl legte der 26-Jährige Einspruch ein. Nach Angaben des Richters bestreitet er, der Fahrer auf dem Foto zu sein. Die Verhandlung sollte die Sachlage klären.

Am Morgen des Gerichtstermins rief der junge Mann laut eines Justizangestellten 50 Minuten vor Verhandlungsbeginn an und meldete sich krank. Der Richter erklärte, dass eine Magen-Darm-Erkrankung keine ausreichende Entschuldigung darstelle. Damit sei man nicht reise- und verhandlungsunfähig. So urteilte der Richter, dass der Einspruch zurückgewiesen werde.

Der Strafbefehl gelte weiterhin. Der Angeklagte könne nun gegen das Urteil Berufung einlegen oder ein Wiedereinsetztungsverfahren beantragen. Dafür müsse er aber glaubhaft machen, dass er wegen der Erkrankung nicht vor Gericht erscheinen konnte. Könne er die Staatsanwaltschaft davon überzeugen, werde sein Einspruch wieder verhandelt. (fis)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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