Neue Coronaregeln in Niedersachsen

Einzelhändler in Hann. Münden warten auf Kunden

Wasserspiele Expo 2000 Kirchplatz Hann. Münden
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Auf dem Kirchplatz von Hann. Münden sprudeln schon die Wasserspiele. Noch sind mehr Tauben als Besucher in der Stadt.

Hann. Münden – Seit dem 10.05.2021 gelten für den Einzelhandel in Niedersachsen neue Regeln in der Coronapandemie. Die Geschäfte sind geöffnet, teils mit Testpflicht, teils mit Terminvergabe oder auch nur mit beschränkter Kundenzahl. Das macht einen Einkaufsbummel kompliziert. Wir haben uns umgesehen, wie es in der Hann. Mündener Innenstadt funktioniert.

Wer dort einkaufen will, wird an der Einkaufstür jedes Geschäfts über die Regeln informiert: Wie viele Personen dürfen gleichzeitig rein? Registrierung per App, mit Stift und Zettel oder gar nicht? Coronatest ja oder nein? Viele haben verkürzte Öffnungszeiten. Einen offiziellen Test gibt es ohne Anmeldung im Historischen Rathaus. Das Angebot besteht seit einer Woche und wird laut Stadtsprecherin Julia Bytom gut angenommen. Am Dienstag seien 80 und am Mittwoch 100 Tests gemacht worden.

Bei Apotheken, Drogerien, Lebensmittelläden, Optikern und Telefonanbietern ist nur die Anzahl der Kunden begrenzt. Laut Informationen des Landes Niedersachsen ist ein Kunde mit Begleitung pro 40 Quadratmeter Geschäftsfläche erlaubt. Komplizierter wird es bei Kleidungsgeschäften. Bei Vockeroth, Sporttreff und NKD ist ein Coronatest oder eine Impfbescheinigung für den Einkauf nötig. Bei Jeans Fritz, Radziwinski und MC Mode nicht. Bei Gina Laura werden Termine vergeben.

Einzelhandel in Hann. Münden: Coronatest ab 200 Quadratmeter

„Wir haben die obere Etage geschlossen, deshalb müssen unsere Kunden keinen Test machen“, erklärt Kerstin Mitteldorf, Inhaberin des Herrenmode-Geschäfts Radziwinski. Ein Test werde ab einer Fläche von 200 Quadratmetern nötig. Die Kontaktdaten aller Kunden werden notiert, am Eingang steht ein Desinfektionsspender. „Die Kunden sind verwirrt“, sagt Mitteldorf. Die meisten riefen vor einem Besuch an, um sich über die Regeln zu informieren. Insgesamt kämen noch wenig Menschen in die Innenstadt. „Einheitlichkeit wäre gut, wenn alle die gleichen Öffnungszeiten hätten. Und es ist wichtig, dass die Gastronomie wieder aufmacht.“

Auf die Gastronomen wartet auch Heike Beuermann, Inhaberin der Tee- und Weinhandlung Beuermann: „Der eine ist vom anderen abhängig.“ Sie bietet derzeit eingeschränkte Öffnungszeiten an. An Markttagen hat sie auf, weil dann mehr Kunden in die Innenstadt kämen. „Die Kunden sammeln und gehen dann an einem Tag in mehrere Geschäfte“, sagt die Händlerin.

Innenstadt Hann. Münden: Schrecken hohe Inzidenzen Kunden ab?

„Ich darf mich nicht beklagen“, sagt Karl Reutel vom Bratwürtschen-Stand auf dem Mündener Wochenmarkt. Wie die Gastonomen könne er Essen nur zum Mitnehmen anbieten. Der Markt werde aber weiterhin gut besucht. Seinem Geschäft fehlten in der Coronazeit Catering-Aufträge für private Feiern.

Über mehr Kunden freut sich Petra Sparbier, Teamleiterin im Schuhgeschäft Schumann. Mit steigenden Temperaturen würden dort mehr Sommerschuhe gekauft. Während der Ausgangssperre seien aber weniger Menschen ins Geschäft gekommen, wahrscheinlich habe die hohe Inzidenz abgeschreckt. „Wir sind froh, dass wir aufhaben“, sagt Sparbier. Manche riefen vorher an, viele kämen spontan rein. Kontaktdaten werden schriftlich oder per App notiert.

Auch mit neuen Regeln für den Einzelhandel ist noch wenig auf den Straßen der Innenstadt los. Die Händler warten auf Kunden. Auffällig ist, dass mit der Maskenpflicht lockerer umgegangen wird – einige gehen essend, rauchend und auch ohne erkennbare Gründe maskenlos durch die Straßen.

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