Eisenbart spricht Tacheles: Diskussion um Tilly-Schanze

Auftritt in historischen Kostüm: Der Mündener Geschäftsmann Thorsten Schmook, der als Stadtführer in die Rolle des Doktor Eisenbart schlüpft, plädierte vor dem Tourismusausschuss für eine stärkere Unterstützung des Fremdenverkehrs in Hann. Münden. Foto: Maaß

Hann. Münden. Der Mündener Rat diskutiert derzeit über eine Seilbahn zur Tilly-Schanze. Das Land wäre bereit, eine Machbarkeitsstudie auf Kosten des Landes in Auftrag zu geben.

Die Sitzung des Tourismusausschusses neigte sich dem Ende zu, als Doktor Eisenbart das Wort ergriff. Der Mündener Stadtführer und Geschäftsmann Thorsten Schmook hatte im historischen Kostüm die Sitzung zur Zukunft des Tourismus verfolgt, um dann ein ganz persönliches Statement abzugeben.

„Ohne Moos nichts los“, hielt er dem Ausschuss mit Blick auf die sinkenden Tourismuszahlen entgegen, und forderte vom Rat, den Verein Touristik Naturpark Münden, der die Tourismusregion bewirbt, stärker zu unterstützen. „Ich bin erstaunt, wie mit Eisenbart und seinem Erbe umgegangen wird“, sagte der Mann mit dem schwarzen Dreispitz auf dem Kopf. Eisenbart sei ein wichtiger Werbeträger für die Stadt, aber für die Vermarktung werde zu wenig Geld bereit gestellt.

Um mehr Geld für den Tourismus ausgeben zu können, plädierte Eisenbart alias Schmook auch dafür, die kontrovers diskutierte Fremdenverkehrsabgabe einzuführen. „Ich wäre der erste, der sie bezahlt“, sagte er, unabhängig davon, wie hoch sie ausfallen würde.

Das Seilbahn-Projekt 

Zugleich stellte er sich auch hinter die Idee, von der Mündener Altstadt eine Seilbahn hoch zur Tilly-Schanze zu bauen. Über dieses Projekt, das von Antje Jahn, Geschäftsführerin des Tourismus-Vereins, stark beworben wird, hatte der Ausschuss zuvor beraten.

Den Mitgliedern lag eine Beschlussvorlage für den Rat der Stadt vor, das Land Niedersachsen zu bitten, Hann. Münden bei der Realisierung des Seilbahn-Projektes in Verbindung mit einem neuen Gastronomieangebot an der Tilly-Schanze zu unterstützen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben und zu finanzieren. Beim Besuch des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil Anfang November in Hann. Münden hatte es entsprechende Signale gegeben. Voraussetzung sei allerdings, dass der Stadtrat dies beim Land beantrage und zeige, dass er hinter der Idee stehe. Darauf verwies auch Bürgermeister Harald Wegener in der Sitzung noch einmal. Eine zeitnahe Rückmeldung des Rates sei nötig, sagte er.

Kein Beschluss 

Ein Beschluss fasste der Ausschuss allerdings nicht. Weil die Beschlussvorlage erst während der Sitzung dem Ausschuss vorgelegt wurde, sahen alle Fraktionen noch Beratungsbedarf. In der nächsten Ratssitzung soll dann aber entschieden werden.

Kritik 

Thomas Harmann, ehrenamtlicher Umweltbeauftragter der Stadt Hann. Münden, gab allerdings zu bedenken, dass der Rat sich zuvor Gedanken über ein Tourismuskonzept machen müsse. Er plädierte für Hann. Münden für einen sanften, naturnahen Tourismus. Ein Seilbahn-Projekt halte er für überzogen. Unterstützung bekam er von Lena Kürschner (Grüne).

Aber auch aus den anderen Fraktionen kamen kritische Nachfragen, ob ein solches Projekt für Hann. Münden auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und mögliche Folgekosten geeignet sei.

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