Zubringerdienst für Barrierefreiheit

Vorschlag: Mit Elektrobus zum Bahnhof Hedemünden

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Regionalbahn unterwegs: Der Bahnhof Hedemünden soll nächstes Jahr umgebaut werden. Der Hedemündener Ingenieur Hans-Dieter Berdelsmann hat Ideen, den Bahnhof nach dem Umbau besser an die umliegenden Dörfer anzubinden.

Hedemünden. Ingenieur Hans-Dieter Berdelsmann will den Bahnhof Hedemünden besser an die umliegenden Dörfer anbinden. Sein Vorschlag: Zubringerdienst zum Zug mit einem Elektrobus.

Mit der Regionalbahn von der Arbeitsstelle in Kassel oder Göttingen nach Hedemünden und von dort mit dem Elektro-Bus nach Hause - so beschreibt Hans-Dieter Berdelsmann seine Idee für den Bahnhof Hedemünden. Berdelsmann ist freiberuflich tätiger Ingenieur für Informatik und arbeitet gemeinsam mit einem Verkehrsplaner der Planungsgruppe Nord aus Kassel sowie Mitarbeitern der Uni Kassel an einem Konzept für ein Mobilitätszentrum Werratal.

Bereits im März 2014 hatte Berdelsmann auf Initiative des Landtagsabgeordneten Ronald Schminke (SPD) Staatssekretärin Daniela Behrens vom Niedersächsischen Wirtschafts-und Verkehrsministerium den Projektvorschlag bei einem Termin in Hedemünden vorgestellt. Mit dem von der Bahn AG für 2018 angekündigten Umbau des Bahnhofs (die HNA berichtete) will der Ingenieur die Überlegungen für ein Mobilitätszentrum im Werratal voranbringen.

Ziel des Umbaus ist es, den Bahnhof so zu gestalten, dass auch Fahrgäste im Rollstuhl oder Rollator ihn gut nutzen können. Das ist zurzeit nicht der Fall.

Fünf Millionen Euro eingeplant

Insgesamt sind fünf Millionen Euro für den Bahnhof Hedemünden eingeplant. Der Ingenieur, der 25 Jahre mit dem Zug zu seiner Arbeitsstelle an der Uni Kassel fuhr, freut sich, dass endlich etwas geschieht mit dem Bahnhof. Er hat bei seiner Recherche ermittelt, dass täglich etwa 500 Menschen aus den umliegenden Dörfern zum Bahnhof kommen und in den Zug umsteigen. Das Problem sei jedoch, dass Fahrgäste nur mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß den Bahnhof erreichen bzw. wieder nach Hause kommen können. Das gelte ebenso für Touristen, die beispielsweise das Römerlager bei Hedemünden besichtigen wollen.

Hans-Dieter Berdelsmann

Es fehle ein Busanschluss mit einem „flexiblen Bediensystem“, meint der Informatiker. Darunter versteht er, dass Fahrgäste per Smartphone die Mobilitätszentrale informieren, wenn sie mit einem Elektrobus zum Bahnhof wollen.

In der Zentrale würden die Kundenwünsche aus dem umliegenden Dörfern gesammelt und - zu jeder An- und Abfahrzeit eines Zuges - Zubringerfahrten zusammengestellt. Die Park-and-Ride-Parkplätze, um die sich die Stadt Hann. Münden kümmern will, seien ein wichtiger Baustein, müssten aber um diesen umweltschonenden Zubringerdienst ergänzt werden, meint Berdelsmann. Entscheidend sei aber auch, dass die Beschäftigten der Firmen in den Industriegebieten Hedemünden 1 und 2 die Möglichkeit erhalten, auf direktem Weg den Zug zu erreichen. Zurzeit müssen sie 900 Meter Umweg in Kauf nehmen.

Tunnel bis Graseweg nötig 

Die Planung des von der Bahn AG beauftragten Ingenieurbüros, den Fußgängertunnel nur bis zu einem neuem Mittelbahnsteig zu bauen, sei nicht ausreichend. Um die Industriegebiete in Hedemünden für Fußgänger und Zweiradfahrer zu erschließen hält Berdelsmann eine Tunnel zwischen den Bahnsteigen und dem Graseweg für zwingend erforderlich.

Wer sich für das Thema Mobilitätszentrum interessiert und mit Hans-Dieter Berdelsmann Kontakt aufnahmen will, kann sich unter folgender Mailadresse melden: smartbahnhofhedemuenden@gmail.com.

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