Mündener musste Wagen selbst abholen

Verärgert über ADAC: Auto als "Schrott" bezeichnet und nicht transportiert

Seitenweise Mails: Tom Prochnow aus Hann. Münden hat sieben Mal beim ADAC angerufen und Mails geschickt. Foto: Nieswandt

Hann. Münden. Bleibt das Auto stehen bringt es der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) in die Werkstatt. So hatte sich Tom Prochnow aus Hann. Münden das vorgestellt.

„Der Smart meiner Mutter ist bei Gießen stehen geblieben, weil er zu heiß gelaufen ist. Sie war ADAC-Plus-Mitglied“, sagt Prochnow. Doch es dauerte drei Wochen, bis das Auto wieder in Kassel stand, wo seine Mutter wohnt. „Ich habe insgesamt sieben Mal beim ADAC angerufen und dann den Wagen selbst abgeholt“, sagt er. Seine Mutter sei seit fünf Jahren Mitglied beim ADAC und das sei der zweite Schadensfall gewesen.  

Dabei hatte alles so gut begonnen: „Der Mann vom Abschleppdienst hat das Auto auf einen Hof in Gießen gebracht. Er hat das Auto aus eigener Kraft auf den Anhänger und wieder hinunter gefahren“, sagt er. Seine 68-jährige Mutter sei mit einem Leihwagen zurück nach Kassel gefahren. „Uns wurde gesagt, dass die Zylinderkopfdichtung kaputt ist“, sagt Prochnow.

Aktualisiert
um 10.55 Uhr

Zu diesem Ergebnis sei ein Gutachter gekommen, der den Wert des Autos mit den vermeintlichen Gebühren einer Reparatur gegengerechnet hat. „Das Auto ist 13 Jahre alt. Ich habe nachgeschaut, mit dieser Ausstattung ist es noch etwa 2000 Euro wert. Eine Zylinderkopfdichtung kostet mit Einbau etwa 900 Euro“, sagt Prochnow, der als Kfz-Mechatroniker bei einer Autowerkstatt in Hann. Münden arbeitet. Auf seine Frage, wann das Auto nach Kassel gebracht werden solle, habe man ihm gesagt, dass der ADAC keinen Schrott transportiere. „Mir zu sagen, dass das Auto Schrott ist, fand ich unmöglich“, sagt er und schüttelt den Kopf. Unzählige E-Mails habe er an die Qualitätssicherung in München geschickt. „Die Zeit verging und wir haben nichts gehört. Mit jedem Tag stieg die Stellplatzgebühr“, sagt er.

240 Euro habe er dafür zahlen müssen, dass sich drei Wochen lang keiner um das Auto gekümmert hat. „Niemand konnte mir sagen, wer die Totalschäden kalkuliert. Dass der ADAC das Auto, wenn es als Totalschaden eingestuft wird, nicht mehr transportiert, hat uns nie jemand gesagt. Dafür zahle ich nicht den Beitrag für die Mitgliedschaft“, sagt Prochnow.

Er sei davon ausgegangen, dass man als Mitglied abgesichert sei. „Der ADAC sollte darüber informieren, dass es sich bei einem alten Auto nicht lohnt, Mitglied zu werden“, sagt er. Ansonsten werde man im Regen stehen gelassen. „Meine Mutter hatte den Mietwagen drei Tage und dann über zwei Wochen gar kein Auto“, sagt der 38-Jährige. „Hätten wir das Auto nicht mit einem Anhänger geholt, würde es noch immer in Gießen stehen“, sagt er. Er hat sich den Smart angeschaut, die Zylinderkopfdichtung war intakt. „Seit drei Wochen fährt meine Mutter wieder problemlos damit.“ Aus dem ADAC sind Prochnow und seine Mutter ausgetreten, seinen Golf 84er-Baujahr schleppe der Automobilclub seiner Meinung nach ohnehin nicht ab.

 

Der ADAC bemüht sich um Klärung des Vorfalls, kann aber erst Stellung dazu nehmen, wenn ihm alle relevanten Fakten vorliegen.

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