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Endlager für Atommüll: Hier könnte der radioaktive Abfall landen

Gelbe Fässer für Atommüll stehen in einem Endlager.
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Gelbe Fässer für Atommüll stehen in einem Endlager. (Symbolbild)

Der Bund sucht seit längerem nach dem passenden Ort für ein Endlager. Nun gibt es einen Kreis, wo der Atommüll gelagert werden könnte. 

Altkreis Münden - Atommüll im Altkreis Münden? Das wäre zumindest theoretisch laut der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) möglich. In weiten Teilen des Landkreises Göttingen bietet der Untergrund „eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle.“

Zu diesem Ergebnis kam die BGE bei ihrem Zwischenbericht, der vor Kurzem vorgelegt wurde. Nach diesem Bericht weist ein Großteil des Altkreises Steinsalz auf, der sich aufgrund seiner Mächtigkeit nach Ansicht des BGE als Deckengestein für eine Endlagerstätte eignen könnte.

Atommüll Endlager: Insgesamt 90 Gebiete in ganz Deutschland sind „günstig“

Laut der Bundesgesellschaft ist die Schicht bis zu 1200 Meter dick und gehört zu einem Vorkommen mit einer Fläche von etwa 4600 Quadratkilometern. Das so ausgezeichnete, zusammenhängende Gebiet, eines von insgesamt 90, liegt in Südniedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Nordhessen. Es reicht bis in den Harz und bis nach Hildesheim.

Bestimmte Bereiche im Altkreis Münden würden für ein Endlager nicht infrage kommen

Die Steinsalzvorkommen sind in der Karte der BGE klar Umrissen. Nicht infrage kommen Bereiche unter dem Stadtgebiet Hann. Münden. Auch die Kernstadt von Dransfeld ist ungünstig. Die Gemeinde Staufenberg, mit Ausnahmen des Dorfs Lutterberg, bietet sich laut der Karte auch nicht für eine Endlagerstätte an. Ein weiterer „weißer Fleck“ ist in der Nähe von Hemeln zu finden.

Die Untersuchung bezog sich auf das ganze Bundesgebiet, dafür wurden vom BGE in einem ersten Schritt elf Kriterien herangezogen. Das Gebiet, das auch den Altkreis Göttingen umfasst, wird dabei in sieben bis acht Kriterien als „günstig eingestuft“.

Atommüll in Deutschland: Über 50 Prozent für Endlager geeignet

Der Untergrund gilt als langfristig stabil und Temperatur-verträglich. Letzteres ist wichtig, da der Atommüll Wärme abgibt. Zudem sind die Tiefen, in denen eingelagert werden soll, grundwasserfrei.

Altkreis Münden: Gebiete für Endlager

Bei zwei Kriterien wird das Gebiet als ungünstig eingestuft. So sei das Gestein zu „sauer“, was dazu führen könnte, dass die Behältnisse korrodieren, heißt es von der BGE. Der Fachausdruck dafür ist, dass die „hydrochemischen Verhältnisse“ nicht günstig sind.

Das zweite ungünstige Kriterium in der Region ist die Fähigkeit des Gesteins, radioaktives Material zu halten. Laut Bundesgesellschaft wiegen diese beiden Kriterien allerdings nicht zu schwer, um die Region direkt für die weiteren Suchrunden auszuschließen. Laut der BGE-Karte die online vorliegt, sind über 50 Prozent des Bundesgebietes geeignet.

Atommüll-Standortentscheidung für Endlager erst 2031

Als Nächstes will die BGE Regionen in Deutschland festlegen, in welchen Gebieten oberirdische Erkundungen vorgenommen werden sollen. Auf der Basis der dabei erzielten Ergebnisse sollen Bundestag und Bundesrat entscheiden, wo Untertage Untersuchungen stattfinden sollen.

Liegen diese Resultate vor, sollen Bundestag und Bundesrat beschließen, wo das atomare Endlager entstehen soll. Das Verfahren soll 2031 abgeschlossen sein, das Endlager 2050 in Betrieb gehen.

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