140 Zuschauer beim ersten Test in Hedemünden

SG Werratal: Fußball in Corona-Zeiten

Fußballspieler der SG Werratal halten unter einem Pavillon eine Besprechung vor dem Testspiel gegen FSK Vollmarshausen ab.
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Ungewohntes Bild: Die Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel fand in einem abgesperrten Bereich am Rande des Spielfeldes statt.

Wie können Zuschauer in Corona-Zeiten wieder Fußballspiele besuchen? Bezirksligist SG Werratal setzte beim 4:2-Sieg gegen FSK Vollmarshausen ein umfangreiches Hygienekonzept um.

Hedemünden – SG-Vorsitzender Klaus Burhenne, der Hygiene-Beauftragte von Eintracht Hedemünden, Bastian Grieben und ihre Mitstreiter hatten das Vorhaben „erstes Testspiel mit Zuschauern“ professionell in Angriff genommen. „Wenn hier etwas in puncto Corona passiert und parallel vielleicht noch auf einem anderen Platz“, meinte Burhenne, „dann können wir die komplette nächste Saison vergessen!“ Dementsprechend detailreich und in starker Anlehnung an die Vorgaben des Deutschen Fußball-Bundes wurde das Hygienekonzept ausgearbeitet. Kommen mehr als 50 Zuschauer, müssen Sitzplätze angeboten werden. In Hedemünden wurden daher zusätzliche rote Holzbänke aufgestellt, auf denen einst die Besucher der Doktor-Eisenbarth-Spiele saßen. Spieler und Zuschauer betraten über streng getrennte Eingänge das Gelände. Duschen und Mannschaftskabinen waren gesperrt worden. Lediglich das Schiedsrichtergespann um Roman Spyra durfte ins Sporthaus. Die Stadt Münden hatte Bauzäune bereitgestellt, um die drei Zonen (Spielfeld – mobile Umkleiden – Zuschauerbereich ausschließlich auf der Nordseite) abgrenzen zu können. Auf dem Asphalt vor dem Eingang hatte man Abstandsmarkierungen aufgetragen. All das hätte sicherlich nicht jeder Verein leisten können, doch bei der SG Werratal waren viele fleißige Hände am Werk.

Mit dem Testspiel gegen die FSK Vollmarshausen beendete die SG Werratal ihre über fünf Monate dauernde Spielpause. „Ich fühle mich fast wie bei meinem allerersten Spiel in der Bezirksliga“, flachste SG-Trainer Alexander Winter. Der einzige Neuzugang im Team, der ehemalige Gimter Torhüter Daniel Hartje, sagte, dass die ungewohnten Umstände auf dem Platz (fehlender Kontakt zu den Zuschauern und Mannschaftsbesprechung unter einem Pavillon statt in den Kabinen) keine negativen Auswirkungen hätten. Lediglich das ausfallende Duschen unmittelbar nach dem Spiel sei gewöhnungsbedürftig. Zu seinem Glück wohnt zumindest Hartje nur wenige Minuten vom Sportplatz entfernt und konnte die Körperpflege schnell nachholen.

Eigentlich hätten wohl viele der Zuschauer am Sonntag den Hedemündener Kirmesumzug begutachtet. Doch der war abgesagt worden. Die Alternative hieß Sportplatz. Am Ende waren 140 Zuschauer gekommen – zu einem Testspiel eines Bezirksligisten! Dieser Zuspruch rechtfertigte den hohen Aufwand des Vereins, der auch mehrere Ordner stellen musste. Sogar in Richtung Toilette ging es für die Besucher in offizieller Begleitung. Schließlich sollte auch auf dem Weg zum stillen Örtchen alles den Corona-Regeln entsprechen.

Fazit: SG Werratal und Eintracht Hedemünden arbeiteten zusammen, um Aktiven und möglichst vielen Zuschauern das Spiel zurückzugeben. Das Konzept mit drei getrennten Zonen ging auf und die Zuschauer zogen auch bei der Erfassung ihrer Daten verständnisvoll mit. So könnte es ab Mitte September auch im zunächst geplanten Bezirks-Pokalwettbewerb etwas werden.

Von Manuel Brandenstein

Andrang: Alle Zuschauer mussten sich in einer Liste eintragen. Am Tisch SG-Vorsitzender Klaus Burhenne (hinten) und Günter Lehne.
Separate Eingänge: Vom Pfuhlweg her ging es über den Haupteingang aufs Sportgelände (Bild). Der Weg hinaus führte an der Grundschule vorbei.

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