Kommunalpolitik

Udo Bethke gibt nach 23 Jahren das Bürgermeisteramt in Hedemünden ab

Der scheidende Ortsbürgermeister Udo Bethke schließt zum letzten Mal die Tür zum Gemeindebüro in Hedemünden zu, bevor sie sein Nachfolger wieder öffnet.
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Der scheidende Ortsbürgermeister Udo Bethke schließt zum letzten Mal die Tür zum Gemeindebüro in Hedemünden zu, bevor sie sein Nachfolger wieder öffnet.

Udo Bethke war 23 Jahre lang Ortsbürgermeister in Hedemünden. Mit der HNA sprach er darüber, was er nach seiner Amtszeit vorhat und wie er die Zeit in der Kommunalpolitik erlebte.

Hedemünden – Wenn Udo Bethke (78), kürzlich verabschiedeter Ortsbürgermeister von Hedemünden, von seiner Tätigkeit, seinen Aktionen und Projekten berichtet, könnte man meinen, er hätte das Amt in Vollzeit ausgeführt. Er war 35 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv, davon 23 Jahre als Ortsbürgermeister in Hedemünden. Er ist zur jüngsten Ortsratsitzung nicht zur Wiederwahl angetreten.

In seiner aktiven Zeit hat er das öffentliche Leben in seinem Heimatort geprägt und verändert. Die örtliche Gemeinschaft, das Vereinsleben und der gesellschaftliche Zusammenhalt lagen ihm sehr am Herzen. „Natürlich kann man es nicht jedem Recht machen, oft redet man auch aneinander vorbei, aber ich habe immer versucht, auch bei gehärteten Fronten, zu vermitteln“, erzählt Bethke.

Für ihn war es wichtig, zunächst zuzuhören, dann Argumente zu prüfen und zu diskutieren. Teilweise habe es gegen ihn persönliche Angriffe gegeben, die an die Substanz gegangen seien. Da sei die Sachlichkeit auf der Strecke geblieben. „Doch ich habe Wert darauf gelegt, dass ich sachlich geblieben bin und dem Gegenüber bei Begegnungen noch in die Augen schauen konnte.“ Im Großen und Ganzen habe ihm seine Arbeit als Ortsbürgermeister viel Freude bereitet.

Udo Bethke setzte sich für die Sanierung des Hedemündener Bahnhofs ein

Er hat sich zielstrebig für bauliche Projekte wie beispielsweise die Dorferneuerung, das neue Feuerwehrgerätehaus, die Erweiterung der Kita, den Radweg nach Oberode, die Baugebiete, die Erweiterung des Wasserkraftwerkes, die Ortsumgehung, den Bau des Kreisels, die Kernsanierung der Turnhalle und den Hedemündener Bahnhof eingesetzt. Letzterer hat ihn fast seine komplette Amtszeit verfolgt und viele Nerven gekostet. Die Installation von Windkraftanlagen hat er erfolgreich abgelehnt.

Mit genauso großem Elan ist er den kulturellen Bereich angegangen. So hat er sich um die Organisation der 1000-Jahr-Feier vor vier Jahren, die Weiterführung der Orts-Chronik sowie um die Vermietung und Unterhaltung des Grillplatzes gekümmert. Die Ausgrabungen im Römerlager hat er begleitet, die Römerfeste und das in Hedemünden zu Wasser lassen des Nachbaus eines 16 Meter langen römischen Kriegsschiffes mit einer 22-köpfigen Römerbesatzung angestoßen und unterstützt.

„Gerne hätte ich in meiner Amtszeit noch den 25. Weihnachtsmarkt eröffnet, aber auch da hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Kontrollen hätten wir gar nicht leisten können“, so Bethke. Auch der „etwas andere Weihnachtsmarkt“, zu dem die Scheunen- und Hoftore der Anwohner im Ort geöffnet wurden, war eine Idee von Udo Bethke.

Beherzt zupackend, aber auch einfordernd, was erforderlich ist, und dabei den Humor nicht vergessend, haben Sie viel für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt getan und dabei auch bei Rückschlägen nie den Mut verloren.

Harald Wegener, ehemaliger Bürgermeister von Hann. Münden, über Udo Bethke

„Beherzt zupackend, aber auch einfordernd, was erforderlich ist, und dabei den Humor nicht vergessend, haben Sie viel für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt getan und dabei auch bei Rückschlägen nie den Mut verloren“, sagte der ehemalige Mündener Bürgermeister Harald Wegener bei der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Udo Bethke im vorigen Jahr.

Fragt man ihn, was er während seiner Amtszeit noch gerne geregelt hätte, antwortet er, dass er sich eine Begegnungsstätte im Ort wünschen würde. Dazu würde sich das alte Feuerwehrgerätehaus eignen. Seine gewonnene Freizeit wird er zunächst seiner Familie widmen. Auch wird er Zeit mit dem „Entrümpeln“ von Schriftverkehr, Notizen und Beschwerdebriefen verbringen. „Da kommt dann doch so manche Erinnerung wieder hoch.“ Sich sportlich betätigen möchte er intensiver, Treffen mit Freunden und Bekannten, Lesen, Hörbüchern lauschen und seine Frau in Haus und Garten unterstützen. „Denn schließlich geht sie jetzt als neu gewählte stellvertretende Ortsbürgermeisterin auf Tour“. (Petra Siebert)

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