Werner Baus nimmt Besucher mit auf Zeitreise

Erste Talkshow in Hemeln: Gast erzählt von Begegnungen mit Stars

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Erlebte viel mit berühmten Persönlichkeiten: Unser Bild zeigt Werner Baus (links) zusammen mit Peter Leppin auf dem Hemelner Sofa. 

Zur ersten Talk-Show in Hemeln hatte der Verein Kul-Türchen kürzlich auf den Liederhof eingeladen. Das Motto: „Hemelner Sofa - Talk mit Werner Baus“. 

Hemeln – Das Motto der ersten Talk-Show in Hemeln: „Hemelner Sofa - Talk mit Werner Baus“. Dazu eingeladen hatte der Verein Kul-Türchen kürzlich auf den Liederhof. Als Moderator wirkte der Vereinsvorsitzende Peter Leppin.

Werner Baus, ein Rentner im Unruhestand, ist ein leidenschaftlicher Sammler von selbstspielenden Musikinstrumenten. Dazu gehörten auch 20.000 Schallplatten. Außerdem ist er ein Oldtimer-Fan. „In acht Scheunen hatte ich meine Sammlungen untergebracht, zu der auch Borgwards gehörten“, erzählte er. Vor einem Jahr gab er sein Privatmuseum in Helsa-Eschenstruth auf.

Spieluhr war Auslöser für Sammelleidenschaft

In einer humorvollen Art nahm Baus die Besucher mit auf eine Zeitreise und stellte nicht nur einige seiner Exponate vor, sondern sprach über interessante Begegnungen mit Prominenten aus Film und Fernsehen.

Doch zuerst erzählte er, was den Ausschlag seiner Sammelleidenschaft gab: Zu seiner Konfirmation 1957 holte er vom Dachboden des Hauses seiner Eltern eine Spieluhr aus dem Jahr 1895, die bereits seine Großeltern besessen hatten.

Den Konfirmationsgästen spielte er, genau wie den Gästen auf dem Liederhof, etwas vor. Daraus entstand zunächst eine Sammlung mit 400 Spieluhren. Auf einem Phonographen, eine Fortentwicklung von Thomas Edison, demonstrierte Baus, dass schon 1877 Sprache oder Gesang über eine Wachswalze abgespielt werden konnten.

Gast in der Fernsehsendung "Was bin ich?"

Werner Baus gab seinen sicheren Beruf als Versicherungskaufmann und Rentenberater auf und arbeitete nach einer freiwilligen Lehre als Orchestrien-Restaurator. Mit diesem Beruf war er 1970 Gast in der Fernsehsendung „Was bin ich?“, ein heiteres Beruferaten mit Robert Lembke. „Guido der Fuchs hat mich geraten“, berichtete Baus.

Doch am liebsten schwelgt der Rentner in Erinnerungen an Begegnungen aus der Filmgeschichte Kassels. Zahlreiche bekannte deutsche Schauspieler der 50er und 60er Jahre hat er persönlich kennengelernt.

Denn eine Zeit lang half er im Ufa-Palast in Kassel aus, als Platzanweiser und später hat er den Ton gesteuert. Und zur Filmpremiere der in Kassel gedrehten Streifen, sind die Hauptdarsteller immer gekommen.

Baus' Mutter gab Christine Kaufmann ein Brot

Er kannte Geschichten über die Filmstars, die nie an die Öffentlichkeit gelangt sind. So erzählte er, dass Dieter Thomas Heck Autoverkäufer war und sich sehr für die Borgward-Sammlung von Baus interessierte. Zur Premiere des Films „Ein Thron für Christine“ mit Christine Kaufmann in der Hauptrolle konnte er sich erinnern, dass die damals 16-Jährige schrecklichen Hunger hatte, aber nichts essen durfte, weil sonst ihr Kleid zu eng gewesen wäre.

„Meine Mutter, damals auch im Ufa-Palast beschäftigt, zog sie mit auf die Damentoilette und gab der Kaufmann ihr Pausenbrot, was diese gerne annahm“. Marika Rökk, Hauptdarstellerin im Revuefilm „Nachts im grünen Kakadu“, habe sich ihren eigenen Schnaps mitgebracht.

Als Dieter Borsche ihr diesen weggetrunken habe, sei für die Rökk eine Welt zusammengebrochen, und es habe eine Zeit gedauert, bis sie sich beruhigt habe. „Willy Millowitsch und sein Sohn Peter klingelten eines Tages unangemeldet bei mir und wollten mein Museum besichtigen, von dem ich ihnen bei einer Begegnung erzählt habe“, schilderte Baus. „Und ich war noch im Schlafanzug als ich ihnen die Tür öffnete“.

Begegnungen mit Peter Kraus und Marlene Dietrich

Baus legte bei seinen Erzählungen eine Pause ein und um eine echte Kinoatmosphäre zu schaffen, ging Gabriele Leppin durch die Besucherreihen und bot Eiskonfekt, Nüsse und Chips an.

Danach erzählte Baus weiter von Begegnungen mit Peter Kraus, Marlene Dietrich, Heinz Ehrhardt, Peter Frankenfeld und Lonni Heuser, Gunther Emmerlich und Claus Biederstaedt.  

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