Feuer am Montag

Explosion: 30.000 waren nach Brand in Hann. Mündens Umspannwerk ohne Strom

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Stromblitze: Augenzeuge Alex Blank stellte uns ein Video zur Verfügung. Es zeigt Stromblitze, die aus dem brennenden Umspannwerk schlagen. Später wurde der Strom abgestellt.

Hann. Münden. Ein explodierter Isolator an einer 110-kV-Hochspannungsleitung des Netzbetreibers Avacon war die Ursache für das Feuer am Montag im Umspannwerk Münden der Energienetz Mitte.

Das teilte EAM-Pressesprecherin Sandra Hübner mit, Energienetz Mitte ist eine Tochtergesellschaft der EAM.

Avacon-Pressesprecher Ralph Montag bestätigte die Information der EAM. Durch die Isolator-Explosion sei ein Stromkabel beschädigt worden, was zu einem Erdschluss führte. Und führte schließlich zum Brand im Umspannwerk.

Wie es zu der Explosion kommen konnte, ermittelt die Kripo in Hann. Münden.

Zerborsten: Teile des explodierten Isolators lagen auf der Straße.

Die 110.000-Volt-Hochspannungsleitung sei an das Umspannwerk angeschlossen, sagte Hübner. Damit die Feuerwehr den Brand löschen konnte, habe Avacon die beiden in das Umspannwerk führenden Hochspannungsleitungen abgeschaltet. Dadurch sei um 18.08 Uhr die Stromversorgung unterbrochen worden. 

Auch Störung bei Mündener Versorgungsbetrieben

Allein im Netz der Energienetz Mitte seien rund 9.800 Einwohner ohne Strom gewesen. Auch das Stromnetz der Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM) war gestört. Geschäftsführer Jens Steinhoff schätzt, dass in Kernstadt und Ortschaften etwa 20.000 Menschen betroffen waren.

Nach Analyse der Störung hätten die Mitarbeiter der Energienetz Mitte durch Umschaltungen auf andere Umspannwerksbereiche die eigenen Stromkunden wieder versorgt, so die EAM-Sprecherin. Spätestens um 18.44 Uhr hätten alle Netzkunden der Energienetz Mitte wieder Strom gehabt.

Um auch die VHM-Kunden wieder schnell mit Strom zu beliefern, seien ab 19 Uhr Teile des Mündener Umspannwerks über eine 20-kV-Mittelspannungsleitung eines benachbarten Umspannwerks wieder in Betrieb genommen worden. Nach Abschluss der Löscharbeiten sei durch schnellen und gemeinsamen Einsatz von Energienetz Mitte und VHM ein Hochspannungssystem der Avacon gegen 21.20 Uhr wieder in Betrieb genommen worden.

Reserveleitung liefert Strom

Der Hochspannungsnetzbetreiber Avacon hat nach Auskunft von Pressesprecher Ralph Montag auf die Reserveleitung umgeschaltet, solange bis die defekte Hochspannungsleitung wieder repariert ist und wieder in Betrieb genommen werden kann. 

Am Tag danach: Ganz links ist zu sehen, dass ein Isolator fehlt.

Avacon liefere, wenn die Reparatur abgeschlossen ist, über die beiden Hochspannungsleitungen 110.000 Volt in das Umspannwerk Hann. Münden, sagte Montag.

Das sagen die Mobilfunkbetreiber „Mobilfunksender fiel kurzzeitig aus“

Viele Menschen, darunter auch die HNA-Mitarbeiter vor Ort, stellten während der Löscharbeiten fest, dass ihre Handys keinen Empfang hatten. 

Auf HNA-Anfrage teilte die Deutsche Telekom mit: „Gestern fiel gegen 18 Uhr wegen eines Stromausfalls ein Mobilfunksender kurzzeitig aus. Der Strom für den Mobilfunksender war um 19.05 Uhr wieder vorhanden. Der Sender läuft seither störungsfrei.“ 

Auch im Vodafone-Netz kam es zu einem Ausfall, erklärte eine Unternehmens-Sprecherin: „Zwischen 18 und 20 Uhr waren einige Übertragungselemente einer Mobilfunkstation ausgefallen. Einige hundert Kunden waren betroffen, bei denen wir uns für die Umstände entschuldigen.“ 

Der Mobilfunkbetreiber Telefonica (O2 und ehemals E-Plus) war für eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu erreichen.

Das sagt ein Augenzeuge „Es war ein wirklich extrem lauter Knall“

Alex Blank war gestern einer der Ersten, die den Brand bei der Feuerwehr meldeten. Gegen 17.30 Uhr war er mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter zu Besuch bei seinen Eltern, die schräg gegenüber des Umspannwerks wohnen. 

Sicherheitsabstand: Die Feuerwehr löschte zunächst über eine Drehleiter.

Er schildert gegenüber der HNA seine Eindrücke: „Ich war mit meiner Tochter hinter dem Haus am Spielen. Auf einmal gab es einen lauten, wirklich extrem lauten Knall. Ich dachte sofort an eine Gasexplosion oder einen schweren Unfall auf der Straße vor dem Haus. Wir sind dann hoch auf die Terrasse, von wo aus man das Umspannwerk sehen kann. Überall lagen Stücke des explodierten Isolators, außerdem hat man richtig große Stromblitze gesehen, das war schon angsteinflößend. Außerdem gab es dieses laute Stromgeräusch, ein Summen wie beim Schweißen.“

Feuer im Umspannwerk Hann. Münden: Stromausfall

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