Brandursache bei Haendler & Natermann bislang unklar

Explosionen in Mündener Firma: Schaden in Millionenhöhe

Hann. Münden. Durch ein Feuer ist es am Montagmorgen im Bereich einer Farbmischanlage der Firma Haendler & Natermann (H&N) an der Kasseler Straße in Hann. Münden zu zwei Explosionen gekommen.

Das teilte Polizeisprecher Joachim Lüther mit. Ein 37-jähriger Werksfeuerwehrmann des Etikettenherstellers H&N wurde leicht verletzt, er kam in ein Mündener Krankenhaus.

Der Schaden bewegt sich offenbar in Millionenhöhe. Ein Mitarbeiter der Frühschicht, die bereits ihre Arbeit aufgenommen hatte, hatte gegen 3.20 Uhr das Feuer entdeckt. Die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt, Hinweise auf Brandstiftung lägen nicht vor, so Oberkommissar Lüther.

Aktualisiert
um 17.05 Uhr.

Trotz Einsatzes von Handfeuerlöschern und Löschanlage kam es um 3.25 Uhr zur ersten Explosion. Freiwillige Feuerwehren rückten an. Nach der zweiten Explosion um 3.50 Uhr stürzte durch die Wucht der Detonation die Außenwand einer Produktionshalle ein. Die Feuerwehrleute nahmen parallel zu den Löscharbeiten sofort Messungen vor. Der Einsatzleiter, Stadtbrandmeister Dieter Röthig, sagte, für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, Schadstoffe seien nicht festgestellt worden.

Neben der Werksfeuerwehr waren die Wehren aus Münden, Gimte, Bonaforth, Wiershausen, Oberode und Hemeln mit insgesamt 100 Brandschützern im Einsatz, ebenso Rettungsdienste und Polizei. Die Feuerwehren bildeten drei Einsatzgruppen mit 22 Atemschutztrupps, die das Feuer mit Schaum löschten. Gegen sechs Uhr war der Brand unter Kontrolle.

Günter Lohmann, Personalleiter von H & N, teilte mit, die Produktion in der Endfertigung sei aufgrund des vorbeugenden Brandschutzes nicht betroffen gewesen. In anderen Bereichen könne nach Prüfung und Freigabe durch die Behörden voraussichtlich heute die Produktion wieder aufgenommen werden. H&N arbeite eng mit den Behörden an der Aufklärung des Unglücks.

Brand im Farblager von Haendler & Natermann

Das Unternehmen: Haendler & Natermann produziert und liefert am Standort Kasseler Straße nach eigenen Angaben Aluminium- und Papieretiketten hauptsächlich für die Getränkeindustrie.  Auf dem Dreisch befindet sich ein aus der Stadt ausgegliedertes. aber eigenständiges Zweigwerk des Hauptunternehmens, die H&N Sport GmbH (1991 wurde dieser Zweig vom Mutterunternehmen getrennt). Dort werden Luftgewehrkugeln für Jagd- und Luftsportgewehre hergestellt. Früher war das die Hauptproduktion im Hauptwerk.

Kartenansicht: Explosionen in Farblager

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