Optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung

Fahrlehrer aus Hann. Münden zu neuen Standards bei Prüfung: Absage an den Sympathiebonus

Alexander Torke, Inhaber der Fahrschule Budnik in Hann. Münden. Er sitzt in seinem Fahrschulauto.
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Hat bereits vielen Fahranfängern zum Führerschein verholfen: Alexander Torke, Inhaber der Fahrschule Budnik in Hann. Münden.

Die Führerscheinprüfungen sollen objektiver gestaltet werden. Das bundesweit standardisierte digitale Prüfungsprotokoll (ePp) hilft den Prüfern dabei, alles besser zu dokumentieren.

Hann. Münden – Um die Führerscheinprüfung transparenter und einheitlicher zu machen, wurde Anfang des Jahres die optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung (OPFEP) bundesweit eingeführt.

„Sympathie spielt auch in Prüfungssituationen eine Rolle, das lässt sich gar nicht vermeiden“, sagt Alexander Torke, Inhaber der Fahrschule Budnik in Hann. Münden. Durch die neue Prüfung soll die Bewertung der Fahrschüler davon gelöst und objektiver gestaltet werden. Das bundesweit standardisierte digitale Prüfungsprotokoll (ePp) hilft den Prüfern dabei, die Prüfung besser zu dokumentieren und für den Fahrschüler nachvollziehbarer zu machen.

Aufgaben sind genau festgelegt

„Es ist detailliert festgelegt, welche Fahraufgaben und Anforderungen erfüllt werden müssen und wie die Bewertungskriterien aussehen“, sagt Christian Kampe, Teamleiter für das Fahrerlaubniswesen in der Region Braunschweig-Göttingen, der das neue Verfahren sehr begrüßt. Vor allem für die Prüfer und Sachverständigen sei das ePp hilfreich: Statt mit einem Klemmbrett sitzt der Prüfer mit einem Tablet im Auto, auf dem er mithilfe der entsprechenden Software die standardisierten Prüfungsinhalte und -anforderungen veranschaulicht bekommt und so eine Übersicht über die Leistung des Fahrschülers erhält, mit der er die Fahrt direkt dokumentieren und bewerten kann. Für den Fahrschüler ergibt sich daraus gegenüber der handschriftlichen Dokumentation der Vorteil, dass er die Ergebnisse direkt nach der Fahrt per E-Mail oder QR-Code erhält und so den Entscheidungsprozess besser nachvollziehen kann.

Allgemein werde die Priorität nun mehr auf die Vor- und Nachbesprechung gelegt, wie Alexander Torke mitteilt. Das führe aber dazu, dass jede Prüfung nun durchschnittlich zehn Minuten länger dauere, was für die Fahrlehrer sehr ungünstig sei, da diese Zeit dann an anderer Stelle fehle.

Führerschein Klasse B: 55 statt 45 Minuten Prüfung

Bei Klasse B, also dem Autoführerschein, verlängert sich die Zeit der Prüfung von 45 auf 55 Minuten, 30 davon sind reine Fahrtzeit. Fahrlehrer dürfen täglich 495 Minuten, also elf Schulstunden à 45 Minuten, arbeiten. Durch die längere Prüfdauer fehlen am Ende des Tages einige Minuten, sodass weniger Prüfungen, Theorie- und Praxisstunden abgehalten werden können.

Und auch bei den Führerscheinanwertern lassen sich Auswirkungen durch die zusätzlichen zehn Minuten beobachten, so der 34-Jährige. „Die Konzentration nimmt hinten raus ab, das merkt man ganz deutlich“, sagt Torke.

Prüfungsgebühr bei Tüv steigt

Ein weiterer negativer Aspekt für den Fahrschüler: Die Prüfungsgebühren, die beim Tüv zu bezahlen sind, liegen jetzt bei 116,93 statt bei 91,75 Euro für Klasse B. Schwieriger solle die Prüfung durch die Neuerung aber nicht werden. Laut Christian Kampe habe der Gesetzgeber schon lange überlegt, wie die praktische Prüfung bundesweit besser verglichen werden könne – erstmals 2005.

Langfristig solle durch interne Auswertungen der Prüfungen die Sicherheitslage auf deutschen Straßen verbessert werden, indem besonders schwierige Verkehrssituationen erkannt und gezielt trainiert werden, um das bei Fahranfängern besonders hohe Unfallrisiko zu vermindern. (Lea-Sophie Mollus)

Auch die Fahrschulen in der Region Hann. Münden leiden unter den sich immer wieder ändernden Coronaregeln.

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