Fahrplanänderung macht Pendlern Probleme

Job-Ticket. Archivfoto: Herzog

Hann.Münden/Vellmar. Täglich fährt die Mündenerin Vera Böker mit dem Zug nach Niedervellmar und von dort mit Bus oder Straßenbahn zu ihrer Arbeitsstelle im Industriepark Mittelfeld in der Kasseler Nordstadt. Seit sechs Jahre habe sie ein Job-Ticket, schreibt die Pendlerin in einer E-Mail an die Redaktion, aber nun werde sie überlegen, aufs Auto umzusteigen.

Grund: Mit dem neuen Fahrplan seien die Fahrzeiten so ungünstig, dass sich die Fahrtdauer zur Arbeit und nach Hause wesentlich verlängert. Der Cantus, mit dem sie von Münden nach Niedervellmar fährt, sei nicht das Problem. Aber der Anschluss klappe nicht mehr. Bis zum Bus um 8.29 Uhr sei die Wartezeit von 20 Minuten zu lang, deshalb werde sie die 800 Meter zur Tramhaltestelle Berliner Straße laufen.

Nach Dienstschluss sei die Verbindung noch schlechter: Mit der Abfahrtzeit 16.49 Uhr erreiche die Linie 44 den Bahnhof um 16.52 Uhr - der Zug Richtung Göttingen sei dann schon weg. Bei der Fahrt mit einem früheren Bus, so die Berufspendlerin, habe sie 27 Minuten Wartezeit. „Warum“, fragt Vera Böker, „wurden die Abfahrtzeiten von der Holländischen Straße nun so gelegt“?

Beschäftigte, die Richtung Göttingen pendeln, hätten keinen vernünftigen Anschluss mehr an den Zug. Sie sei nicht allein von der Fahrplanänderung betroffen, sie kenne allein vom Industriepark Mittelfeld sieben Pendler, die diese Verbindungen gelegentlich nutzen.

Sabine Herms, Pressesprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), berichtet auf Nachfrage der HNA, die Buslinie 44 gehöre zum Bereich Vellmar, der im Zuge der Ausschreibung überarbeitet worden sei. Die Folge: Auf der 44, eine lokale Linie, sei der Fahrweg jetzt kürzer, Hintergrund sei das geringe Fahrgastaufkommen am Bahnhof Niedervellmar. Bei einer Zählung seien 30 Fahrgäste pro Tag registriert worden.

Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs im Bereich Vellmar ist der Landkreis Kassel. Der Pressesprecher des Landkreises Kassel, Harald Kühlborn, sagt, der Nahverkehr sei angesichts des begrenzten finanziellen Spielraums neu geordnet worden. Dabei sei der Schwerpunkt darauf gelegt worden, das knapper gewordene Geld für eine bessere Verknüpfung von Bus und Straßenbahn bereitstellen. Das sei zu Lasten der Verbindung von Zug und Bus gegangen. (kri)

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