Film „Verplant“ wurde im Kino Hann. Münden vorgestellt

Film „Verplant“ wurde im Kino Hann. Münden vorgestellt

Filmvorführung: Matthias Schneemann (von links) und Tobias John bei der Fragerunde nach dem Film.
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Filmvorführung: Matthias Schneemann (von links) und Tobias John bei der Fragerunde nach dem Film.

Der Film „Verplant – Wie zwei Typen versuchen, mit dem Rad nach Vietnam zu fahren“ wurde im Kino Hann. Münden gezeigt. Die zwei Protagonisten stellten sich den Fragen den Zuschauern.

Hann. Münden – Gut besucht war das Capitol-Kino in Hann. Münden. Kinobetreiber Wolfgang Würker empfing das Publikum und stellte die Akteure des Films vor.

Auf dem Spielplan stand an dem Abend der Film „Verplant –Wie zwei Typen versuchen, mit dem Rad nach Vietnam zu fahren“. Die zwei sympathischen „Typen“ kommen aus Heiligenstadt, heißen Matthias Schneemann und Tobias John, im Film „Keule“ und „Otti“ genannt, und hatten Regisseur Waldemar Schleicher mitgebracht, der selbst auch Teilstrecken mitgeradelt ist.

Volles Kino in Hann. Münden

Der Impuls, dass aus ihrer Tour ein Film wurde, stammt von Schleicher, der ihnen eine Kamera in die Hand drückte, ohne das den Beiden klar war wozu. Otti und Keule sind keine Hochleistungsathleten, arbeiten im Öffentlichen Dienst und als Software-Entwickler, nahmen sich ein Jahr berufliche Auszeit und starteten am 1. August 2018 in Heiligenstadt bei Temperaturen von über 30 Grad.

Untrainiert, unaufhaltsam, voller Elan und in kürzester Zeit schweißtriefend, ließen sie sich fluchend die ersten Tage vom Navigationsgerät leiten, bis sie bemerkten, dass dies auf Wanderrouten eingestellt war. Am Tag sechs dann der erste Grenzübertritt nach Tschechien, weiter nach Österreich, Serbien immer im Blick der alten Seidenstraße bis nach Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams zu folgen.

Der Film dokumentiert die Tour mit allen Höhen und Tiefen und erzählt oft mit selbstironischen Sprüchen kommentiert von Reifenpannen, bei der auch schon mal der Bürgermeister eines kleinen Dorfes den Reifen mitflickt. Es entwickelt sich eine Tagesroutine, die die gestrampelten Kilometer prägen. Aufstehen, Fahrrad fahren, Essen, Fahrrad fahren, Schlafen. Täglich grüßt das Murmeltier. Die Bärte und Haare werden länger und die beiden Typen immer tiefenentspannter. „Einen Kulturschock gibt es nicht, weil man sich sehr langsam bewegt. So sind die Übergänge fließend“, erzählen sie im Film. Reifenpannen, Kettenrisse und immer wieder Berge und Pässe die sie über die Baumgrenze und sichtbarer körperlicher Beanspruchung bringen, während der Winter naht.

Film dokumentiert Reise von zwei Männern aus Heiligenstadt

Viele Begegnungen und deren Gastfreundschaft entlang des Weges, aber auch der Kampf mit der Bürokratie um Visa, in denen tagelang nichts passiert, 17 Tage durch die Wüste von Iran und Turkmenistan, wo Rauchen in der Öffentlichkeit und der Import schwarzer Autos verboten, aber der Genuss von Alkohol erlaubt ist. Usbekistan im eisigen Winter und ein selbst gebastelter Weihnachtsbaum aus grünen Plastikbierflaschen, Kirgisistan an Silvester unter einer riesigen Leninstatue. Und dann China, welches in seiner Überwachung unerbittlich intensive, zahllose Polizeikontrollen das Vorankommen schwer macht und die Route umgeplant wird. Es ist ein Film zweier Macher, die trotz einiger Rückschläge, Verzögerungen, verstauchtem Fuß oder Krankheit scheinbar immer tiefenentspannter wurden auf ihrer Strecke von 13 007 Kilometern bis zu ihrem Ziel in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Ziel und Ende waren bekannt. Das Dazwischen wurde erlebt. In den letzten Szenen werden dann tatsächlich die durchfahrenen Länder hoch konzentriert und mit nach innen gerichtetem Blick an allen Fingern abgezählt, weil sie sich über die Anzahl nicht mehr sicher waren. Seit einigen Tagen ist die DVD/Blueray des Films im Handel erhältlich. (Margitta Hild)

Die Nachricht, dass das Kino in Hann. Münden wiedereröffnet glich einer Sensation. Die erste Bilanz des Betreibers war positiv.

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