Genossenschaft gegen Düngemittelhersteller K+S

Fischer warnen vor massiver Belastung an der Weser

Hann. Münden. Die Fischereigenossenschaft Münden warnt vor einer massiven Belastung der Weser, wenn die geplante Abwasser-Pipeline bei Gieselwerder ab 2021 kommen sollte. Fischer sehen sogar den Fischbestand in Gefahr.

Für den Fischbestand könne das sogar den Zusammenbruch bedeuten, sagt der Genossenschaftsvorsitzende Helmut Jahn. Die Genossenschaft, die unter anderem für die Fischereirechte der Weser vom Tanzwerder bis kurz hinter Bad Karlshafen, also auch Gieselwerder zuständig ist, hat sich jetzt mit einem Schreiben an das Regierungspräsidium in Kassel gewendet.

„Jahrzehnte mussten wir die Beeinträchtigungen in der Werra ertragen - immer in der Hoffnung auf eine Besserung“, heißt es unter anderem in dem Brief. Künftig sei anstelle einer Verbesserung eine zusätzliche Verschlechterung durch die direkte Einleitung der Salz-Abwässer in die Weser vorgesehen. Jahn und sein Stellvertreter Hartmut Rossel: „Hier ist ein klarer Verstoß gegen geltendes EU-Recht gegeben.“

Man sei nicht bereit, auch noch diesen Zustand hinzunehmen „und werden über unsere Verbände beziehungsweise direkt alle Möglichkeiten nutzen, um diesen neuerlichen Verstoß gegen geltendes Recht zu verhindern“. Der Genossenschaftsvorstand weiter: „Nach der Werra nun auch noch die Weser zu einem Industriefluss zu machen, ist eine nicht mehr zu überbietende Sünde, die unabsehbaren Schaden für Generationen nach sich ziehen würden.“

Die Genossenschaft sieht die Kasseler Behörde in der Pflicht; der Kasseler Düngemittelhersteller K+S, der die Abwässer einleite, „macht nichts, was verboten ist“, so Jahn. Der Sprecher des Regierungspräsidiums, Michael Conrad, sagte auf HNA-Anfrage: „Der Brief ist noch nicht da. Der Regierungspräsident wird ihn beantworten und darauf hinweisen, dass nur rechtskonforme Entscheidungen getroffen werden.“ Übrigens stehe dieses Verfahren noch ganz am Anfang.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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