Sein Ziel: Erstes 100-jähriges Mitglied werden

Rentner aus Hann. Münden geht mit 96 regelmäßig ins Fitness-Studio

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Muskeltraining und viel Bewegung: Das ist das Geheimrezept von Gerd Weydert, 96 Jahre, aus Hann. Münden. Er hält sich mehrmals wöchentlich mithilfe von Geräten im Fitnessstudio fit. 

Hann. Münden. Gerd Weydert hat vor acht Jahren mit dem Fitnesssport angefangen - da war er 88 Jahre alt. Längst ist er voll dabei und will bis 100 weitermachen. 

Dass Gerd Weyderts Herz heute beim Anblick von Sportgeräten höher schlagen kann, hat der 96-Jährige einer Entscheidung vor acht Jahren zu verdanken: Um einer beginnenden Herzmuskelschwäche entgegenzuwirken, meldete er sich bei einem Hann. Mündener Fitnessstudio an. Seitdem trainiert er dort, im „Balance“, drei Mal die Woche für etwa anderthalb Stunden.

Sein Ziel: „Ich will das erste 100-jährige Mitglied bei Balance werden.“ Seine Aussichten stehen gut: „Vorher habe ich bei einem anderen Fitnessstudio trainiert, aber da ging mir vieles zu schnell. Jetzt trainiere ich bewusster, weniger auf Leistung und fühle mich dadurch leicht.“

Der 96-Jährige strahlt. Selbst das Autofahren, für das er sich eine Zeit lang nicht mehr fit genug gefühlt habe, bereite ihm nun keine Schwierigkeiten mehr: „Der Schulterblick funktioniert wieder prima.“

Fitness im Alter: Altersgerechtes Training ist wichtig

Auf ein aufgewogenes, altersgerechtes und angepasstes Training legt auch Cheftrainer Andreas Gerner von Fitness Balance Wert: „Wir führen bei jedem Kunden eine Anamnese durch und schauen uns die Krankheitsvorgeschichte an.“ In persönlichen Gesprächen wurden die medizinisch relevanten Informationen vor seinem ersten Training abgefragt, damit die Übungseinheiten auf die Bedürfnisse Weyderts abgestimmt werden konnten.

Einzel- und Gruppenübungen – beides mache der Rentner sehr gerne. Vor Kurzem habe er zum ersten Mal das Tanzkonzept Zumba ausprobiert. Vor allem aber das Zirkeltraining habe es ihm angetan, und dass, obwohl er früher viel, aber ungern Fahrrad fuhr und welches als Gerät im Zirkeltrainingsplan enthalten ist.

Jahrelang pendelte Weydert als junger Mann von Ihringshausen nach Kassel, wo er erst als Schreiner, später als Bühnentechniker beim Staatstheater arbeitete. „Ich bin jeden Tag das Schocketal hoch und runter geradelt. Als ich dann aufs Auto umgestiegen bin, war ich glücklich“, gibt Weydert zu.

Beim Gang durch das Fitnessstudio grüßt er links und rechts andere Mittrainierende. Weydert ist bereits bestens bekannt als ältestes Mitglied. Dass er mal im hohen Alter ins Fitnessstudio gehen würde, habe er nicht erwartet. Besonders sportlich sei er eigentlich nie gewesen, aber dafür immer in Bewegung: Das habe sich bis heute nicht geändert und darauf lege er großen Wert. Wichtig sei nicht nur, mit dem Sport anzufangen, sondern auch dranzubleiben.

„Wenn man alles auf einmal will, dann klappt nichts“, erklärt Weydert – Geduld ist beim Training gefragt, dann mache der sportliche Erfolg umso glücklicher.

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