Fensterscheiben trübe vom Insektenkot

Fliegenplage im Natermannturm: Museum der Arbeit ist geschlossen

Hann. Münden. Der Natermannturm mit dem Museum der Arbeit in Hann. Münden ist für Besucher geschlossen: Hunderttausende von Halmfliegen bevölkern den Turm.

Die Insekten schwirren in so dichten Wolken vor allem im oberen Drittel des Turms umher, dass dies Besuchern nicht mehr zugemutet werden konnte, berichtete Stefan Schäfer, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitergeschichtsvereins, der das Museum betreut.

Der Verein wandte sich an die Stadt um Hilfe. Die jedoch kann nur abwarten, bis die meisten Fliegen abgestorben, die anderen wieder ausgeflogen sind - im Frühjahr könne man dann die toten Fliegen absaugen und wegfegen, sagt Reiner Cohrs, Bereich Stadtentwicklung. Man könnte den Turm vernebeln oder ausräuchern, was aber mehrere hundert Euro kosten, doch nicht lange anhalten würde. Zudem sei im Etat der Stadt kein Posten dafür vorgesehen. Wäre Gefahr im Verzug, könnte die Stadt aktiv weren. Die Halmfliegen aber sind zwar extrem lästig, doch ungefährlich.

Leimfallen aufzustellen würde bei den Massen an Insekten wenig helfen. Auch der Tipp, alle Ritzen und Spalten dicht zu verschließen, ist in dem historischen Turm unmöglich umzusetzen: Viel zu aufwendig in dem alten Gemäuer, und man würde niemals alle kleinen Löcher erwischen. Die Halmfliegen sind ähnlich klein wie Fruchtfliegen, und kommen selbst durch undichte Fenster ins Haus. Auch im vorigen Jahr hatten die Fliegen sich im Turm niedergelassen, berichtet Cohrs. Aber so viele wie dieses Jahr seien es noch nie gewesen, „wir stehen erstmalig vor diesem massiven Problem“.

Auch, wenn die Fliegen selbst harmlos sind: Sie hinterlassen eine Menge Dreck. Die Fensterscheiben sind trübe vom Fliegenkot, die flächendeckend herumliegenden toten Fliegen müssen entfernt werden, bevor sie zum Nährboden für Schimmel oder zur Brutstätte für andere Insekten werden.

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