Autorin kam ins Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden

Flucht und Vertreibung: Sabrina Janesch las aus ihrem Roman Katzenberge

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Lesung am Grotefend-Gymnasium: Schrifstellerin Sabrina Janesch.

Hann. Münden. Aufmerksam verfolgten am frühen Montagnachmittag 150 Schüler des Grotefend-Gymnasiums Passagen aus der berührenden und spannenden Erzählung „Katzenberge" von Sabrina Janesch.

Die Autorin selbst war ins Gymnasium gekommen, um den Schülern der zwölften Klassen und den Teilnehmern des deutsch-polnischen Schüleraustauschs aus der Jahrgangsstufe zehn aus ihrem Debut-Roman vorzulesen. Katzenberge ist das erste Werk der deutsch-polnischen Schriftstellerin, das 2010 veröffentlicht und vor kurzem mit dem Kulturpreis Schlesien ausgezeichnet wurde. Ihr Roman Katzenberge ist sowohl ein Exkurs in die Vergangenheit der deutsch-polnischen Geschichte als auch eine spannende, fast mystische Erzählung.

Nachkriegszeit 

Eine Reise in eine Welt, in der Flüche noch von Bedeutung sind und die Menschen an mehr glaubten, als auf den ersten Blick zu sehen war. In ihrem Werk schildert die junge Autorin das Schlesien der Nachkriegszeit. Sie erzählt die Geschichte aus zweierlei Perspektiven. Einmal aus Sicht des Stanislaw Janeczko, der mit seiner Familie aus der Ukraine fliehen und sich in Schlesien ein neues Leben aufbauen muss. Und aus der Perspektive seiner Enkelin Nele, die viele Jahre später, nach dem Tod ihres Großvaters, seine damalige Reise rückwärts Antritt, um ihre deutsch-polnischen Wurzeln zu finden und die Geschichte ihrer Familie zu erkunden. Mit ruhiger und sympathischer Stimme, die zum Zuhören einlud, las Sabrina Janesch eine Stunde lang aus ihrem preisgekrönten Buch vor und die Schüler hörten zu und viele fragten sich: Ist das wirklich die Geschichte von Nele, oder doch die der Autorin selbst?

Erinnerungen des Großvaters

Dies war auch eine der ersten Fragen, die die Schüler im Anschluss an Sabrina Janesch stellten. Und ja. Katzenberge enthält viele eigene Erinnerungen und Erzählungen von Sabrina Janeschs Großvater, beschreibt Teile der eigenen Familiengeschichte. Es geht um Flucht und Vertreibung, Leben in der Fremde und die Suche nach einer neuen Heimat. Die Lesung wurde organisiert von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Göttingen. Harm Adam, Vorsitzender der Gesellschaft, begleitete die Autorin nach Hann. Münden. (zwh)

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