250 Flüchtlinge sind Obergrenze für ehemaliges Krankenhaus

Ehemaliges Vereinskrankenhaus: Die rot schraffierten Gebäude werden abgerissen. Genutzt werden der Kopfbau, der Winkelbau und das Gartenhaus. Archivbild Rampfel/Montage: Architekten Brune + Brune, Göttingen

Hann. Münden. Rund 250 Besucher kamen zur Bürgerversammlung und informierten sich über die Pläne, das frühere Vereinskrankenhaus zu einer Flüchtlingsunterkunft umzubauen.

Großes Interesse bei den Neumündenern, was aus dem ehemaligen Vereinskrankenhaus in der Burckhardtstraße wird. Wie berichtet, will der Landkreis zum 1. April das ehemalige VKH kaufen und es zu einer Integrierten Flüchtlingsunterkunft mit einem Begegnungs- und Qualifizierungszentrum umbauen. Ab 1. September sollen die ersten 120 bis 150 Flüchtlinge einziehen.

Etwa 250 Gäste, überwiegend Einwohner des Stadtteils, kamen Donnerstagabend auf Einladung der Stadtverwaltung in die Sporthalle der Brüder-Grimm-Schule. Dr. Bettina Doering vom Landespräventionsrat moderierte die sachlich verlaufende, konstruktive Diskussion.

Sie wurde unterstützt von ihren Kollegen Ayda Candan und Frank Koch. Nachfolgend Fragen und Antworten.

Wird es bei maximal 250 Flüchtlingen bleiben im ehemaligen Vereinskrankenhaus?

Ja, sagte Landrat Bernhard Reuter. 250 Flüchtlinge seien die Obergrenze, das habe der Kreistag beschlossen.

Ist geplant, auch in der alten Chemieschule Flüchtlinge unterzubringen?

Dazu laufen die Verhandlungen, so der Landrat. Bis zu 60 Flüchtlinge könnten dort Platz finden. Jörg Wieland, Geschäftsführer des Bauvereins, teilte dazu mit, dass die Genossenschaft mit der Akademie Göttingen über den Kauf verhandele. Der Bauverein werde das Gebäude aber nur kaufen, wenn es sich rechnet.

Gibt es dann nur noch in Neumünden Flüchtlinge?

Das sei nicht so, sagte Bürgermeister Harald Wegener. 120 Flüchtlinge leben derzeit in Hann. Münden, dezentral in Wohnungen verteilt auf die Stadtteile, die Kernstadt und die Dörfer.

Haben Sie Einfluss darauf, dass nicht nur alleinstehende junge Männer kommen, sondern auch Familien mit Kindern?

Nein, so Landrat Reuter. Der Kreis bekomme die Flüchtlinge vom Land zugewiesen.

Dr. Michael Bonder von der Gesellschaft Bonveno ergänzte, Kinder und Jugendliche zu integrieren sei wesentlich einfacher als Erwachsene. Die Gesellschaft rede ständig vom demografischen Wandel, jetzt bestehe die Chance auf Verjüngung.

Wie wollen Sie die Flüchtlinge integrieren?

Uwe Telkamp von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), Betreiberin der Einrichtung, sagte, es werde Sprachunterricht geben, es würden die Fähigkeiten der Menschen und ihre Lebensplanung erfragt als Grundlage für berufsnahe Qualifizierung.

Die GAB wolle die Flüchtlinge ausbilden, etwa in Pflege- und Hauswirtschaftsberufen, aber auch in Handwerksberufen.

Es werde keinen Leerlauf geben, abends würden Computerkurse angeboten.

Wie wollen Sie Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte wie in Sachsen und Übergriffe auf Frauen wie in Köln verhindern?

„Wir sind sehr wachsam und sensibel“, so Erster Polizeihauptkommissar Dirk Schneider, ab 1. Mai Chef des Polizeikommissariats in Hann. Münden. Die Polizei arbeite im Rahmen eines Präventionsprogramms eng mit der Jugendhilfe Südniedersachsen zusammen.

Gibt es Ansprechpartner in der Unterkunft?

Rund um die Uhr wird es einen Ansprechpartner geben, so Uwe Telkamp. Friedhelm Bauer, Geschäftsführer der GAB, fügte hinzu, die Einrichtung werde von 18 Uhr bis morgens 8 Uhr von einem Sicherdienst bewacht.

Wird es eine Betreuung für die Kinder der Flüchtlingsfamilien geben?

!m geplanten Stadtteilzentrum im Erdgeschoss des Kopfbaus werde es ein Spielkreiszentrum geben, so Architekt Gregor Brune. Außerdem sei eine Idee, auf der durch den Abriss von Gebäuden entstehenden Freifläche einen Spielplatz zu bauen. (kri)

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