Sprachlernklasse in Hann. Münden: Flüchtlingskinder lernen Deutsch

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Flüchtlingskinder in der Schule: Die Anzahl der Sprachlernklassen im Altkreis Münden ist gering, oft werden die vereinzelten Kinder einfach in den Unterricht integriert.

Hann. Münden. Sprachlernklassen helfen Flüchtlingskindern beim Einstieg in den Schulalltag. Im Altkreis gibt es nur eine Sprachlernklasse, in der Schule am Botanischen Garten.

Auch die Kinder aus Flüchtlingsfamilien in Hann. Münden müssen zur Schule gehen, denn umso schneller sie die deutsche Sprache lernen, desto einfacher wird ihr Alltag. Im Altkreis Münden werden diese Schüler in den normalen Unterricht gesetzt, viel seltener ist die extra eingerichtete Sprachlernklasse.

Manche haben sich mit oder ohne Eltern aus Kriegsgebieten gerettet. Andere Einwanderer kommen aus weniger dramatischen Gründen nach Deutschland: Eines ist ihnen aber gemein, sie müssen hier zur Schule gehen. Im vergangenen Jahr tauchten auch in den Schulen der Region Kinder und Jugendliche auf, die noch kein Wort Deutsch sprachen.

Im Altkreis Münden findet sich nur eine Sprachlernklasse. Die Schule am Botanischen Garten in Hann. Münden unterrichtet dort aktuell 14 Jugendliche. In vielen anderen Schulen im Kreis sitzen die Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die oft weder lesen noch schreiben können, im normalen Unterricht.

Die Lehrer haben somit einen oder vielleicht drei Schüler in ihrer Klasse, die anfangs nichts verstehen. Sie nehmen am normalen Unterricht teil, es gibt nur selten speziellen Förderunterricht. Oft helfen auch Mitschüler, die ein wenig Arabisch sprechen, so zum Beispiel in der Brüder-Grimm-Grundschule in Neumünden.

In der einen Sprachlernklasse im Altkreis läuft das anders ab: In dieser speziellen Klasse lernen die Schüler erst einmal die Grundlagen der für sie neuen Sprache und die Gepflogenheiten an deutschen Schulen.

Im vergangenen Jahr mussten solche speziellen Klassen erst einmal eingerichtet werden. Dabei war es kein plötzliches Problem: Bereits in den Vorjahren, als der Zustrom von Einwanderern noch geringer war, hinkte das Angebot dem Bedarf meist hinterher.

Regeln einhalten, sich konzentrieren, pünktlich sein, dem anderen bei einer Antwort den Vortritt lassen. Einzelne haben vielleicht nur wenige Jahre eine Dorfschule besucht, andere dafür eine strenge Eliteschmiede. Die Lehrer versuchen, auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Jugendlichen einzugehen - soweit das überhaupt möglich ist, solange die Sprache fehlt.

Für die Kinder sei die Sprache aber ein ständiges Problem. Denn die Anfänge in der Sprachlernklasse sind ja nur ein erster Schritt. Die Grammatik und all die Wörter einer fremden Sprache lassen sich innerhalb eines Jahres nicht vollständig erlernen.

Junge Einwanderer müssen deshalb eigentlich auch in den Jahren danach permanent mehr lernen als Gleichaltrige, die sich in ihrer Muttersprache bewegen. Viele alltägliche Begriffe, die kleine Kinder von ihren Eltern hören, fehlen ihnen lange, wenn nicht für immer.

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