Flüchtlingsunterkunft und Bildung ins ehemalige Krankenhaus

Krankenhaus Hann. Münden aus der Vogelperspektive: Das Luftbild zeigt die Liegenschaft in der Burckhardtstraße im Stadtteil Neumünden. Foto: Archiv

Hann.Münden. Der Landkreis Göttingen verhandelt weiter mit dem Eigentümer über den Kauf des ehemaligen Krankenhauses Hann. Münden (KHM) im Stadtteil Neumünden.

Er will dort Flüchtlinge unterbringen und ein Bildungszentrum für alle einrichten. Die Immobilie, das frühere Vereinskrankenhaus, gehört der insolventen Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste GmbH (AWO GSD), Verhandlungspartner ist der Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert. Michael Schütte, Mitarbeiter im Büro Eckert, bestätigte auf Nachfrage der HNA, es seien Gespräche mit dem Landkreis geführt worden.

Der Insolvenzverwalter sei Ansprechpartner, da die Gebäude des Krankenhauses nicht zu den Einrichtungen zählen, die der künftige Eigentümer des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen (NZN) erworben hat.

Landkreis-Pressesprecher Ulrich Lottmann teilte mit, der Landkreis wolle die Gebäude des KHM erwerben, um dort eine Flüchtlingsunterkunft sowie ein Begegnungszentrum einzurichten, in dem Flüchtlinge, aber auch Einheimische der Region beruflich qualifiziert und weitergebildet werden. Der Kauf sei vorsorglich, da der Landkreis in diesem Jahr mit weiteren 1500 Flüchtlingen rechne. In einer Arbeitsgruppe werde gemeinsam mit der Stadt Hann. Münden und anderen örtlichen Akteuren ein Konzept für das Zentrum in Neumünden erarbeitet. Bevor der Landrat konkret mit dem Insolvenzverwalter über den Kauf verhandelt, müsse jedoch die Entscheidung des Kreistags abgewartet werden, so Lottmann. Es gehe um die Summe von 300 000 Euro, die Landrat Bernhard Reuter nach telefonischer Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden für die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zugesagt hat. In der Transfergesellschaft werden seit 1. Februar über 80 ehemalige Beschäftigte der AWO GSD qualifiziert, damit sie einen neuen Arbeitsplatz finden.

Der Kaufpreis für die KHM-Gebäude wird sich, sofern der Kreistag zustimmt, um die 300.000 Euro auf dann 1,4 Mio. Euro erhöhen.

Vorigen Dienstag fand in nichtöffentlicher Runde der erste Workshop zur geplanten Nutzung des ehemaligen Vereinskrankenhauses in Neumünden statt, teilte Landkreissprecher Ulrich Lottmann mit. Eingeladen in die Arbeitsgruppe wurden Vertreter des Landkreises, der Stadtverwaltung Hann. Münden, der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), der Volkshochschule Göttingen-Osterode sowie von anderen, sozial tätigen Vereine und Gruppen. Die Arbeitsgruppe werde ein Konzept für die Nutzung erarbeiten. Das Konzept werde Ende März in einer öffentlichen Veranstaltungen der Mündener Bevölkerung vorgestellt.

Lottmann erklärte, das Kaufangebot an den Insolvenzverwalter schließe das Schwesterwohnheim mit ein. Das Wohnheim wolle der Landkreis im Falle eines Kaufs des Krankenhauses an den Gemeinnützigen Bauverein in Münden weiter veräußern. Das Schwesternwohnheim solle den Mietern weiter zur Verfügung stehen, die Bewohner seien von den Plänen für die Flüchtlingsunterkunft und das Begegnungszentrum (Qualifizierung und Bildung) nicht betroffen. Ebenso bleibe Eddy’s Kombüse im Gebäude des Krankenhaus, der Cateringbetrieb kocht für das NZN.

Ziel des Kreises sei, nicht nur Flüchtlinge unterzubringen, sondern ein Angebot zu schaffen, von dem die Stadt Hann. Münden profitiert. 

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