Schule im Auefeld

Förderschulzweig in Münden läuft aus

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„Miteinander - Füreinander“: Das ist das Leitmotiv der Schule im Auefeld, was auch die Skulptur des Bildhauers Detlef Wüpper vor der Schule widerspiegelt. 

Hann. Münden. Weil sich zu wenig Schüler angemeldet haben, läuft  der Schulzweig jetzt aus.

Der Förderzweig Lernen an der Schule im Auefeld in Hann. Münden läuft aus. Die Landesschulbehörde habe die Fortführung über das Schuljahr 2021/2022 hinaus abgelehnt, teilt die Pressestelle des Landkreises Göttingen mit.

Zur Begründung verweise die Schulbehörde insbesondere auf fehlende Anmeldungen oder verbindliche Anfragen von Eltern für das kommende Schuljahr. Die gesetzlich geforderte Anzahl von 13 Schülerinnen und Schülern im fünften Jahrgang werde nicht erreicht, heiße es im Bescheid der Landesschulbehörde.

Die Kreisverwaltung hatte für das Schuljahr 2018/2019 eine Zahl von 13 bis 14 Schülerinnen und Schülern in Klasse 5 prognostiziert. Auf dieser Grundlage hatte der Kreistag die Verwaltung beauftragt, für alle drei im Landkreis bestehenden Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen im Sekundarbereich I – darunter die Schule im Auefeld – die Fortführung bis maximal zum Ende des Schuljahres 2027/2028 zu beantragen. Der Antrag sei fristgerecht erfolgt. Die Wartbergschule Osterode und die Pestalozzi-Schule Duderstadt erhielten im Juni eine Genehmigung.

Die Ablehnung für die Schule im Auefeld bedeute, dass der Förderzweig Lernen dort ausläuft. Derzeit werden noch Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 in diesem Förderzweig beschult. Sie können die Schule dort abschließen, es kommen keine neuen Kinder nach. Der Förderzweig Geistige Entwicklung der Schule im Auefeld bleibt bestehen. Im Schulausschuss des Landkreises Göttingen war die Umsetzung der Inklusion, die allen Kindern die erfolgreiche Teilnahme an den Regelschulen ermöglichen und entsprechende Förderschulen überflüssig machen soll, deutlich kritisiert worden (wir berichteten). Das Land komme in diesem Punkt nicht voran, es mangele an räumlicher Ausstattung und Personal, hieß es. Nicht zuletzt deswegen hatten sich die Fraktionen für eine Verlängerung der Lernzweige an den Förderschulen im Landkreis ausgesprochen.

Das sagt der Schulleiter:

„Das war zu erwarten“, sagte Bernhard Spiess, Leiter der Schule im Auefeld, zu der Entscheidung der Landesschulbehörde, den Förderzweig Lernen nicht zu verlängern. Tatsächlich habe es nur wenige Anmeldungen für die nächste 5. Klasse gegeben, aber: „Unsere Lehrer konnten die 5. Klasse ja auch niemandem empfehlen, weil sie nicht wussten, ob es eine geben wird.“ Der Antrag sei sehr spät auf den Weg gebracht worden, obwohl Elternvertreter schon früh an den Kreis herangetreten waren. So habe sich die Schule nicht gut positionieren können. Er hätte sich gewünscht, dass die Entscheidung nicht endgültig fällt, sondern mit der Möglichkeit, die Situation im nächsten Schuljahr neu zu bewerten. Die Mindestzahl von 13 Schülern werde in den Anfangsklassen an den Förderschulen nie erreicht. An der Schule in Uslar, die Spiess ebenfalls leitet, seien im Lauf eines Schuljahres noch so viele Kinder hinzugekommen, dass man teilen musste. Außerdem bestehe auch die Möglichkeit, eine Kombiklasse 5 und 6 einzurichten. Für die Schullandschaft in Hann. Münden sei der Wegfall des Förderschulzweigs Lernen „eine Katastrophe“. Nicht alle Kinder kommen mit der Inklusion – der Förderung an den Regelschulen – klar, sagt Spiess. Diese haben dann jedoch keine Alternative mehr. Es sei nur eine kleine Minderheit, aber diese werde praktisch abgeschrieben.

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