Er bleibt aber weiterhin stellvertretender Bürgermeister

Fraatz tritt als Hann. Mündener SPD-Chef zurück

Günter Fraatz

Hann.Münden. Nach fast sieben Jahren an der Spitze der SPD in Hann. Münden tritt Günter Fraatz als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hann. Münden zurück.

Das gaben Fraatz und die stellvertretende Vorsitzende Gudrun Surup am Freitag in einem Gespräch mit der HNA bekannt. Der Rücktritt ist vorzeitig, Fraatz ist bis Frühjahr 2016 gewählt. Noch am Freitag verschickte der Vorstand einen Brief an die Mitglieder, in denen sie über den Rücktritt informiert werden.

Günter Fraatz betonte, er bleibe weiterhin stellvertretender Bürgermeister von Hann. Münden. Auf die Frage, warum er vorzeitig als SPD-Chef abtrete, sagte Fraatz, er wolle den Weg frei machen: „Wer neue Ideen hat, soll Gelegenheit bekommen, sie umzusetzen.“ Gesundheitliche Gründe hätten ihn nicht zu dem Schritt bewogen: „Ich bin topfit“, so der 71-jährige pensionierte Schulleiter. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung habe es eine Analyse der verlorenen Bürgermeisterwahl gegeben. Dabei sei deutlich geworden, dass Fehler gemacht wurden, sagt Fraatz. Es sei eine sachliche Auseinandersetzung um den richtigen Weg gewesen, die bei ihm aber dennoch Spuren hinterlassen habe.

Der vorzeitige Rücktritt falle ihm schwer, da „mein Herz an der Partei hängt.“ Die Wiederwahl als Vorsitzender in den vergangenen Jahren habe ihn bestätigt, nicht alles falsch gemacht zu haben. Fraatz war mehr als 20 Jahre im Vorstand der Mündener SPD.

Gudrun Surup merkte an, es sei keine Hau-Ruck-Entscheidung von Günter Fraatz, sondern er habe vor einigen Tagen den geschäftsführenden Vorstand über seine Absicht informiert. Dadurch habe der Vorstand Gelegenheit gehabt, den Brief an die Mitglieder zu schreiben. Gudrun Surup sagte, ihr Kollege Henning Hasselberg und sie werden als gleichberechtigte stellvertretende Vorsitzende die Geschäfte des Vorstands bis zur Neuwahl eines ersten Vorsitzenden führen.

Diese sei für die Jahreshauptversammlung am 5. März nächsten Jahres geplant, da ohnehin zwei Beisitzerposten noch zu besetzen seien. Das Rennen um den Vorsitz sei offen, wer sich berufen fühle, könne seinen Hut in den Ring werfen, so Surup.

Sie machte deutlich, der Vorstand wolle Kontinuität in der Arbeit bewahren, sei aber offen für notwendige Veränderungen. Der Vorstand werde daher Gespräche mit jungen Mitgliedern führen, die signalisiert hätten, bereit für eine Zusammenarbeit zu sein. Vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im Herbst 2016 „wollen wir einen Mix aus erfahrenen Mitgliedern und jungen Leuten, die mit innovativen Ideen den Wahlkampf mitgestalten.“ (kri)

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