Experten raten: Auf Abstand fahren

Fragen und Antworten: So vermeiden Sie Staus

Hann.Münden/Hannover. Wer kennt das nicht? Heimfahrt auf der Autobahn, es lief alles nach Plan und dann, kurz vor dem Ziel, ein Stau.

Experten des TÜV Nord erklären, wie Staus entstehen und was jeder Autofahrer tun kann, um die Wartezeit zu verringern.

Wann wird von einem Stau gesprochen? 

Ein Stau ist dann gegeben, wenn das Straßennetz überlastet ist. Bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 Stundenkilometern und freier Fahrt gehen die Stauforscher von einer Kapazität von 1500 bis 2500 Fahrzeugen pro Stunde aus, berichten die TÜV-Fachleute. Bei niedrigerer oder höherer Geschwindigkeit sinke die Kapazität wieder. Wenn zu Stoßzeiten wie Berufs- oder Urlaubsverkehr mehr Fahrzeuge die Straße wollen, entstehe ein Stau.

Welche Arten von Staus gibt es? 

Es werde zwischen Staus durch Hindernisse wie Baustellen, Liegenbleiber oder Unfälle und Staus, die scheinbar aus dem Nichts entstehen, unterschieden.

Was macht die erste Gruppe der Staus aus?

Bei den erstgenannten Staus würden die Fahrspuren verringert, der Verkehr in den verbleibenden freien Spuren zusammengeführt. Hier sei es wichtig, dass Autofahrer genügend Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug halten, sagt der TÜV-Vertreter. Nur so könne das Reißverschlussprinzip funktionieren, ohne dass es zu Behinderungen komme. Wer beim Reißschlussverfahren andere nicht auf die Fahrbahn wechseln lasse, sei am nachfolgenden Stau mitschuldig und könne mit einem Bußgeld von 20 Euro belegt werden.

Bei einspurigen Fahrbahnen sei besondere Vorsicht geboten, da man auf die Gegenfahrbahn wechseln müsse, um das Hindernis zu umgehen. Grundsätzlich gelte, so der TÜV Nord, dass die Fahrzeuge auf der freien Spur Vorfahrt gegenüber dem ausscherenden Gegenverkehr haben.

Wie entstehen Staus aus dem Nichts? 

Ursache sei das Fehlverhalten einzelner Fahrer, die damit eine Kettenreaktion auslösen, sagt der Fachmann des Technischen Überwachungsvereins. Wenn ein Auto im dichten Verkehr bremse, müssen alle nachfolgenden Autos ebenfalls bremsen. Aufgrund der reduzierten Reaktionszeit müsse das Folgefahrzeug stärker bremsen als der Vordermann - bis es zum Stillstand kommt. Dieser so genannte Schmetterlingseffekt sei Anfang der 1990er Jahre erstmals im physikalischen Nagel-Schreckenberg-Modell erklärt worden.

Wie kann dieser Effekt möglichst gering gehalten werden?

Der TÜV empfiehlt, vier einfach Regeln zu beachten:

• Auf Abstand fahren: Nur so habe man ausreichend Reaktionszeit, um starkes Bremsen zu vermeiden;

• Vorausschauend fahren: Wer stark beschleunige, um aufzuschließen, werde auch schnell wieder bremsen müssen;

• Aufmerksam bleiben: Wer stehe oder langsam rolle, werde unachtsam. Schreckhaftes Bremsen oder Beschleunigen sei oft die Folge;

• Die Spur halten: Häufiges Spurwechseln zwinge den nachfolgenden Verkehr zu bremsen, um dem neuen Fahrzeug Platz zu schaffen.

Rubriklistenbild: © Foto: Archiv

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