Mit Zeit und Raum helfen

Frau aus Hann. Münden koordiniert Spenden nach dem Großbrand

An der Haustür Spenden angenommen: Sabrina Bogdan kümmert sich als Koordinatorin um Zuwendungen für die Betroffenen des Brandes.
+
An der Haustür Spenden angenommen: Sabrina Bogdan kümmert sich als Koordinatorin um Zuwendungen für die Betroffenen des Brandes.

Nach dem Großbrand am 6.11.2020 stand Hann. Münden unter Schock. Schnell regte sich in der Stadt die Bereitschaft, für die Betroffenen zu spenden. Sabrina Bogdan wurde so zur Koordinatorin der zahlreichen Hilfen.

Hann. Münden – Der Großbrand in Mündens Altstadt vom 6. November erschütterte die ganze Stadt. Nach den Ereignissen rollte eine Welle der Solidarität heran. Der Verein Rock for Tolerance erklärte sich bereits kurz nach dem Feuer bereit, Spenden für die Betroffenen zu sammeln. Sabrina Bogdan wurde so zur Schnittstelle der Hilfsleistungen. Die 32-jährige gebürtige Mündenerin steckte eigentlich gerade mitten im Umzug.

Spendenangebote wurden via Whtasapp koordiniert

„Ich bin mit meiner siebenjährigen Tochter gerade in die Bahnhofstraße gezogen“, berichtet sie. Während des Brandes war sie nicht in Münden, sie erfuhr von dem Feuer über das Internet. Und auch von den beginnenden Hilfsaktionen. „Ich habe überlegt, mit was ich helfen kann“, sagt sie. Weder Geld noch Sachspenden hätte sie zur Verfügung stellen können, dafür aber „Zeit und Raum“. Also trat sie mit dem Vorstand von Rock for Tolerance in Kontakt, um sich als Organisatorin anzubieten. „Ich rutschte da mehr oder weniger rein“. Spendenangebote wurden über eine Gruppe beim Chat-Dienst Whatsapp koordiniert.

„Die Gruppe explodierte förmlich“, berichtet Bogdan. Menschen aus allen Altersgruppen boten Sachspenden an. Um das Ganze zu managen, ging Sabrina Bogdan dazu über, den konkreten Bedarf der Betroffenen zu kommunizieren. „Ich habe die Spenden coronakonform an der Haustür angenommen. Kaum war ich wieder die Treppe oben, klingelte es wieder.“

Musste abgerissen werden: Der obere Teil der Fassade des Hauses Rosenstraße 9 war nach dem Großbrand nicht mehr zu retten. Baufachberater des THW Northeim begleiteten die Arbeiten.

Obwohl in der Bahnhofstraße noch keine Maskenpflicht gelte, hätten die Spender bei der Übergabe immer Masken getragen. „Münden ist durch diesen Brand wirklich zusammengerückt, aus Fremden wurde Bekannte.“ Auch die angehende Sozialassistentin konnte so neue Freundschaften und Bekanntschaften schließen. Sie werde von vielen Leuten auf der Straße angesprochen, berichtet sie.

Sabrina Bogdan will nicht im Mittelpunkt stehen

Für Sabrina Bogdan ist es aber wichtig, dass sie sich durch ihr Engagement nicht in den Vordergrund drängen möchte oder im Mittelpunkt stehen will. „Ich habe das gemacht, weil ich helfen wollte“, sagt sie. Mittlerweile sei die Zahl der Spenden zurückgegangen, die Lage habe sich beruhigt. Die Betroffenen seien mit dem Nötigsten versorgt. Dazu gehören Kleidung und auch Möbel. Diese hätte sie zum Teil selbst abgeholt.

„Ich habe mich auch bei örtlichen Unternehmen um Beiträge gekümmert“, berichtet Bogdan. Dabei sei einiges zusammengekommen: Als erster Bedarf wurden Umzugskisten gemeldet, die auch prompt zur Verfügung gestellt wurden.

Zahlreiche Geschäfte in Hann. Münden spendeten für die Betroffenen

Zahlreiche Einzelhändler hätten Gutscheine gespendet, ein Schuhhaus eine Kiste mit Schuhen und Taschen. Auch Frisöre hätten sich angeschlossen. „Da können sich die Betroffenen mal was Gutes tun.“ Auch zwei Tierzubehörläden hätten Tierfutter gespendet. Aus der Whatsapp-Gruppe sei eine „Schnuddelgruppe“ entstanden, in der sich die Menschen aus Münden vernetzten. „Es ist wichtig, dass die Mündener bei solchen Sachen zusammenhalten“, sagt die 32-Jährige. „Zusammen können wir viel erreichen.“ Noch ist sie nicht Mitglied des Vereins Rock for Tolerance. Trotzdem wurde sie bereits in die „Crew“ mitaufgenommen. Über eine Mitgliedschaft denkt sie momentan nach. (Jens Döll)

Polizei: Ermittlungen sind abgeschlossen

Vor Kurzem gab die Polizei ihre Ermittlungsergebnisse bekannt. Bereits kurz nachdem das Feuer in der Mündener Rosestraße gelöscht wurde, nahmen die Beamten ihre Ermittlungen auf. Zudem laufen die Abrissarbeiten weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.