Frau wird Opfer im Internet

Frau im Raum Hann. Münden: Mit Bitcoin-Versprechen um 20 000 Euro betrogen

ARCHIV - 09.02.2018, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: ILLUSTRATION - Eine Bitcoin Münze steht auf einem Tisch. Private Kryptowährungen wie Bitcoin gibt es, nicht jedoch digitale Dollarmünzen oder Euroscheine. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, sagt der Chef des international bekannten Banknotendruckers Giesecke+Devrient voraus. (zu dpa "Banknotenhersteller G+D: Das Digitalgeld kommt") Foto: Ina Fassbender/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
+
Bitcoins: Betrüger nutzen die Aussicht auf das schnelle Geld. Eine Frau aus dem Raum Hann. Münden verlor so 20 000 Euro.

Mit dem Versprechen von Reichtum durch Bitcoins gelockt. Eine Frau aus dem Raum Hann. Münden verlor 20 000 Euro an Betrüger. Die Polizei warnt vor der Masche.

Altkreis Münden – Internetbetrüger haben eine Rentnerin aus dem Raum Hann. Münden um 20 000 Euro betrogen. Die Täter nutzten eine Masche, die mit der Gewinnerwartung an die Internetwährung Bitcoins spielt. Sie versprachen, dass sie Geld in dieser digitalen Währung anlegen.

Gut organisierte Banden nutzen Bitcoin-Hype

„Die Banden sind gut organisiert. Wieder an das verlorene Geld zu kommen, ist für die Betroffenen sehr schwer“, berichtet Polizeioberkommissar Uwe Weiß, der den Fall für die Polizei Hann. Münden bearbeitet. Sie sei auf eine Werbung im Internet hereingefallen, berichtete die Frau unserer Zeitung. Diese Internetseite habe versprochen, dass professionelle „Broker“ Geld in Bitcoins für den Nutzer anlegen. Um alles glaubwürdiger zu machen, sei mit einer bekannten Fernsehserie geworben worden. Zudem seien auf der Seite der Betrüger jede Menge Erfolgsberichte zu lesen, wie „normale Leute“ angeblich durch Investitionen in die Cyberwährung reich geworden seien. Der Nutzer müsse nur einen Link anklicken und sich dort dann anmelden.

„Das sah so seriös aus“, sagte die Geschädigte dazu. Im Internet sind solche Seiten haufenweise zu finden. Die Frau musste sich auf der Seite registrieren und einen Geldbetrag einzahlen. Es seien zunächst etwa 250 Euro gewesen. „Es reichte nicht, ich sollte immer mehr einzahlen“, berichtete die Frau.

Opfer tagelang bearbeitet

Die Beträge seien immer höher geworden. Die Betrüger erzählten ihr am Telefon von hohen Gewinnen, die Aussichten seien nicht schlecht, noch mehr Geld zu erzielen. „Solche Anrufe können Stunden dauern“, so Weiß. Die Täter würden ihre Opfer über längere Zeit „bearbeiten“, mit E-Mails und Telefonanrufen. Das bestätigte auch die Frau. Die Rentnerin sagte weiter, dass sie nach Aufforderung der Täter, auch Programme installiert hatte, die den Zugriff auf ihren Laptop erlaubten.

Das sei typisch, so Weiß. So könnten die Betrüger auf dem Gerät schalten und walten, wie sie wollen, zudem Passwörter ausspähen. Weiß berichtete weiter, dass so lange auf die Frau eingeredet worden sei, bis sie ihren Ausweis in die Webcam gehalten habe.

Im Hintergrund wurden dann von den Tätern Konten eröffnet. Zudem haben die Betrüger die Passwörter für das Onlinebanking der Frau ausgespäht, so konnten sie Geld abbuchen. Es seien in dem Fall, so Weiß, mehre Transaktionen von insgesamt 20 000 Euro gemacht worden.

Vier Fälle seit Januar 2020 im Raum Hann. Münden

Im Raum Hann. Münden hat Polizist Uwe Weiß im vergangenen halben Jahr vier Fälle bearbeitet, in denen Menschen mit falschen Gewinn- und Anlageversprechen betrogen wurden. Die Täter seien sehr gut darin, ihre Opfer zu verwirren und in ein Netz von Lügen einzuspinnen, berichtet der Experte. Das Ganze sei vergleichbar mit dem „Enkeltrick“. Wer Opfer eines solchen Betruges wurde, sollte sich umgehend mit der Polizei in Verbindung setzen. (Jens Döll)

Digitale Währung

Bitcoin ist die weltweit älteste und bekannteste Digitalwährung. Sie wird auch als Kryptowährung bezeichnet, weil die Datensätze zu Geldbewegungen und Kontoständen, die auf den Computern der Bitcoin-Gemeinschaft gespeichert werden, komplex verschlüsselt sind. Der Bitcoin-Kurs schwankt extrem. Der Handel mit Bitcoins ist nicht staatlich reguliert. Lange wurden Bitcoins besonders gerne von Kriminellen benutzt, die sich das Internet zunutze machten. Mittlerweile ist es an immer mehr Stellen im Internet möglich, damit zu zahlen. Zwischenhändler, wie beispielsweise Banken, gibt es nicht. (nis/gda)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.