Illegale Müllentsorgung

Freispruch im Prozess um Ölfässer im Wald bei Bühren

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Illegal entsorgt: Mit diesem Foto suchte die Polizei im Juli 2018 nach dem Täter.

Das Amtsgericht Hann. Münden hat einen 38-jährigen Schrottsammler aus Kassel vom Vorwurf freigesprochen, im Wald bei Bühren im Juli 2018 Kanister und Fässer mit Altölresten abgeladen zu haben.

Der Fall liegt ein knappes Jahr zurück. Im Wald bei Bühren in Richtung Hemeln hatten Unbekannte zwischen Montag, 16. Juli, 16 Uhr, und Dienstag, 17. Juli, 10 Uhr, mehrere Fässer und Kanister mit rund 120 Litern Altöl abgeladen.

Nach Angaben der Polizei war aus einigen Behältern auch Öl ausgetreten und in den Boden eingedrungen. Jetzt stand ein 38 Jahre alter Schrottsammler aus Kassel vor Gericht, der auch im Altkreis Münden vor einem Jahr Altmetall einsammelte, unter anderem in Bühren.

Ein Zeuge hatte ihn als den Schrottsammler identifiziert, der bei ihm Altmetall und auch die Behälter mit Resten von Altöl abgeholt hatte. Der Mann hatte ein Foto in der Zeitung gesehen, mit der die Mündener Polizei nach dem Umweltsünder suchte und hatte zwei Fässer erkannt, wie er jetzt vor Gericht sagte.

Bei der Polizei hatte er den Angeklagten auf einem Foto identifiziert und auch vor Gericht glaubte er, den Mann auf der Anklagebank sitzen zu sehen, der mehrmals auf seinem Gelände war, um Metall zu holen.

Nach seinen Angaben soll er auch Helfer gehabt haben und mit unterschiedlichen Fahrzeugen, darunter ein weißer Pritschenwagen und ein weißer Kastenwagen, bei ihm gewesen sein.

Der Angeklagte bestritt die Tat. Er sei nie auf dem Gelände gewesen. Er sei nur einmal bei einer Tour von dem Zeugen angehalten und nach seiner Visitenkarte gefragt worden. Der Mann habe gesagt, er werde ihn anrufen, wenn er Altmetall zum Abholen habe. Weiter sagte der Angeklagte aus, dass er immer nur allein unterwegs gewesen sei und nur mit einem grünen Pritschenwagen.

Außerdem sei er in der Zeit, als die Fässer im Wald abgelegt wurden, in seiner Heimat in Bulgarien gewesen und habe dort mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern Urlaub gemacht. Am 11. Juli sei er morgens aufgebrochen, nachdem er zuvor noch einen Termin am 9. Juli in Wiesbaden gehabt habe. Erst am 19. Juli sei er wieder in Deutschland gewesen. Das belegte er vor Gericht mit von der Kamera datierten Urlaubsfotos. Außerdem legte er einen Vertrag über den Verkauf eines Autos in Bulgarien am 17. Juli zwischen ihm und einem Käufer vor. Das Schreiben ist notariell beglaubigt und trägt auch die Unterschrift des Angeklagten.

Nach den Aussagen und Beweisen kam Richterin Katharina Bierend zu dem Schluss, dass der Widerspruch zwischen den beiden Aussagen nicht aufzulösen sei. Der Zeuge sei sich sicher, und der Angeklagte könne belegen, in Bulgarien gewesen zu sein. Auch die Staatsanwältin hatte nach der Beweisaufnahme Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten.

Sie plädierte deshalb auf Freispruch. Und dem folgte das Gericht in seinem Urteilsspruch. Im Zweifel sei für den Angeklagten zu entscheiden.

Der Verteidiger des Angeklagten vermutete in seinem Plädoyer, in dem er einen Freispruch forderte, dass der Zeuge seinen Mandaten mit einem anderen Schrottsammler verwechselt hat. In seinem „letzten Wort“ sagte der Angeklagte: „Ich fühle mich sehr verletzt, dass man mich so einer Tat beschuldigt.“

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