Neue Oberstufenverordnung in Niedersachsen 

Fremdsprachenverbände in Niedersachsen: „Zwei Fremdsprachen sind ein Muss“

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Fremdsprachen: Die Niedersächsischen Fremdsprachenverbände sprechen sich gegen eine Abwahlmöglicheit in der Einführungsphase an Gymnasien aus.

Hann. Münden/Hannover. Zwei Fremdsprachen in Klasse 11 sind ein Muss im heutigen Europa. Das erklären die niedersächsischen Fremdsprachenverbände.

Heidrun Korsch

Damit sprechen sich die Verbände gegen die Abwahlmöglichkeit der zweiten Fremdsprache in der Einführungsphase am Gymnasium aus. Die vier Verbände bringen damit ihre Sorge zum Ausruck, dass Niedersachsen durch seine neue Oberstufenverordnung seinen Schülern die Tür nach Europa versperre. Dadurch stehe zu befürchten, dass den Sprachfächern in der gymnasialen Oberstufe „in großem Umfang Schüler entzogen werden und kaum noch Sprachkurse außer Englisch eingerichtet werden können“, heißt es in der Mitteilung. Aber gerade in der „heutigen globalen Berufswelt sind Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz wichtige Voraussetzungen“.

Die Leiterin des Grotefend-Gymnasiums in Hann. Münden, Heidrun Korsch, hat eine klare Meinung: „Ich halte nichts davon, dass man die Gymnasien in ihrem Leistungsanspruch weiter runterfährt.“

Das niedersächsische Kultusministerium in Hannover teilt auf Anfrage mit, dass grundsätzlich alle Schüler „in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe zur Teilnahme am Unterricht in zwei Fremdsprachen“ verpflichtet seien. „Zusätzlich haben die Schulen Spielraum erhalten, um abweichend von der grundsätzlichen Belegungsverpflichtung einer zweiten Fremdsprache eine Alternative als Wahlpflichtangebot einzurichten“, so die stellvertretende Pressesprecherin Tanja Meister. Hierzu müsse der Schulvorstand einer Schule einen entsprechenden Beschluss fassen.

Nur diejenigen Schüler, die „ab dem 6. Schuljahrgang durchgehend am Unterricht in einer zweiten Fremdsprache teilgenommen haben, können sich für das Wahlpflichtangebot entscheiden, teilt Meister weiter mit. Die Möglichkeit, die zweite Fremdsprache durch ein Wahlpflichtangebot zu ersetzen, gelte für alle Sprachen, damit auch für Englisch.

Grotefend-Leiterin Heidrun Korsch betont, dass „wir dem skeptisch gegenüber stehen, aber wir müssen es prüfen“. Diese Regelung gilt erstmals für Schüler, die zum 1. August 2018 in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe eintreten. 

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