Für mehr Klimaschutz auf der Straße

30 Demonstranten bei erster Fridays-for-Future-Demo im neuen Jahr 

+
Weniger Teilnehmer, aber nicht weniger laut: Auch in Hann. Münden sind am Freitag Menschen für den Klimaschu tz auf die Straße gegangen.

„Wir sind im vergangenen Jahr mit Hunderten auf die Straße gegangen und wollen das in diesem Jahr fortsetzen“ – so begrüßte Antonia Phlippen von der Fridays for Future-Ortsgruppe Hann. Münden am Freitagnachmittag die zwischenzeitlich 30 Teilnehmer der ersten Klima-Demo im neuen Jahr.

Dass Klima und Umwelt keine Themen seien, die ausschließlich im vergangenen Jahr die Menschen beschäftigen, hatte die Gruppe im Vorfeld bereits betont und am Freitag nochmals unterstrichen. „Man sieht in Australien, was dort abgeht. Die abgebrannte Fläche ist mittlerweile so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen“, sagte Phlippen.

Wie die Fridays for Future-Bewegung betont, hat die Umweltorganisation WWF die Koalabären als „Verlierer des Jahres“ gewählt. Sie sind in großer Zahl bei den Buschbränden in Australien gestorben. Die Folgen des Klimawandels seien aber auch messbar: 2019 war das drittwärmste Jahr in Deutschland. „International sieht es noch drastischer aus: Nach internationalen Messergebnissen ist 2019 weltweit wohl das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“, heißt es von der Bundesgruppierung der Fridays for Future-Bewegung. Die Mündener Gruppe will auch in diesem Jahr regelmäßig zu den Klimastreiks am Freitag aufrufen. Auch wenn die Zahl der Personen, die am Freitag in der Dreiflüssestadt auf die Straße gegangen sind, nicht so groß war, wie in 2019, so waren die Aktivisten nicht alleine.

In über 40 deutschen Städten haben sich am Freitag erneut Menschen für den Klimaschutz stark gemacht, darunter unter anderem in Hannover, Braunschweig und Kassel. Zentrales Thema des Streiks am vergangenen Freitag war die Beteiligung des Siemens-Konzerns an einer Kohlemine in Australien. Aus diesem Grund gab es auch gezielte Klimastreiks vor Siemens-Standorten in Augsburg, Bayreuth, Bielefeld, Braunschweig und zehn weiteren Siemens-Städten. 

Der Konzern hat nach einem Gespräch mit den Klimaaktivisten Luisa Neubauer und Nick Heubeck mit dem Siemens-Vorsitzenden Joe Kaeser die Entscheidung über einen Austritt aus dem Adani-Kohleminen-Projekt in Australien auf Anfang kommender Woche vertagt. „Wir sind uns jetzt sicher, dass Siemens genau weiß, was auf dem Spiel steht. Wir erwarten daher weiterhin von Siemens ein klares Bekenntnis zu den Klimazielen von Paris, dies kann nur eine vollständige Abkehr vom Adani-Projekt bedeuten”, erklärt Luisa Neubauer, Aktivistin bei Fridays For Future in einer Mitteilung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.