„Wir warten auf Hannover“

Friseure im Raum Hann. Münden leiden unter den aktuellen Coronaregeln - Neue Maßnahmen ab Samstag

Coronaregeln für den Friseurbesuch: Aktuell gilt Eintritt unter 2G-Plus. Für Kunden mit abgeschlossener Booster-Impfung entfällt die Testpflicht wiederum. Neue Regeln gibt es ab Samstag.
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Coronaregeln für den Friseurbesuch: Aktuell gilt Eintritt unter 2G-Plus. Für Kunden mit abgeschlossener Booster-Impfung entfällt die Testpflicht wiederum. Neue Regeln gibt es ab Samstag.

Die Corona-Regeln ändern sich schnell. Ab Samstag gibt es in Niedersachsen neue Maßnahmen. Wir haben mit Friseuren über ihr Nöte und Hoffnungen geredet.

Altkreis Münden/Göttingen – Coronatest, ja oder nein? FFP2-Maske oder OP-Maske? 2G oder gar 2G-Plus? Der Besuch beim Friseur erfordert einiges an Vorabinformationen, zumal sich die Regeln in der vergangenen Zeit öfter geändert haben. Die nächsten neuen Regeln stehen bevor, ab Samstag (11.12.2021) gilt in der Gastronomie, bei Friseuren, Kosmetikern und anderen „körpernahen Dienstleistungen“ 2G, wenn sie nur 70 Prozent ihrer Kapazität nutzen. Wir haben darüber mit Friseuren im Altkreis gesprochen.

Darnsfeld: Kunden sind verunsichert

„Wir sind genervt und die Kunden sind verunsichert“, heißt es von Alexandra Marczak vom M&Mcut-Friseursalon in Dransfeld. Die Saloninhaber müssen alles kontrollieren. So zum Beispiel: Hat der Kunde schon einen Booster oder nicht? Wenn ja: Brauch derjenige keinen Test. Diese Regel wurde erst am vergangenen Freitagnachmittag (03.12.021) erlassen.

Das Problem bei den Tests: Bis vor Kurzem hatte die Gaußturmstadt kein Testzentrum. Da für 2G-Plus aber ein Test vonnöten ist, habe das viele Kunden ferngehalten. „Wir hätten selbst testen können, aber wir wollten das nicht.“ Sie seien einfach nicht geübt darin, die Testung vorzunehmen, sodass es sich nicht sicher angefühlt hätte. Etwa 50 Prozent weniger Kunde seien gekommen, „es wird aber wieder“. Man hoffe nun auf die geplanten Änderungen, die eine Auslastung zu 70 Prozent unter 2G-Regeln zulassen.

Hann. Münden: Tests beim Friseur vor Ort

Peter Paffe vom Friseursalon Paffe in Münden hat vor Ort Tests angeboten. „Zwei meiner Mitarbeiterinnen haben bei einem Arzt eine Schulung gemacht, sodass sie nun Tests abnehmen können.“ Dies gehe in einem separaten Raum unter den gebotenen Hygieneregeln.

Zuerst hätten sie auf die Testzentren verwiesen, die Regeln und deren Änderungen führten zu viel Erklärungsbedarf am Telefon. Seit eineinhalb Jahren laufe der Salon unter einem Hygienekonzept das Abstand, FFP2-Masken, Luftfilter und Lüften vorsieht. „Eine Überfüllung ist ausgeschlossen“, so Paffe.

Ob die angekündigten Änderungen dem Friseurhandwerk in Niedersachsen wirklich helfen, bezweifelt Manuela Härtelt-Dören aus Göttingen, Obermeisterin der Friseurinnung Südniedersachsen. Auch sie bestätigt, dass die Betriebe seit eineinhalb Jahren sowieso nicht auf 100 Prozent, sondern eher auf 50 Prozent laufen. „Nun heißt es: Warten auf Hannover“, sagt sie. 2G-Plus sei für viele Betriebe wie ein Lockdown, zumal nicht überall Testkapazitäten vor Ort existieren. Zudem wurde lange nicht klar kommuniziert, ob die Friseure selbst testen dürfen.

Wunsch von Obermeisterin: Gleiche Corona-Regeln in allen Bundesländern

Eine weitere Erschwernis für das Friseurhandwerk in Niedersachsen sei, so die Obermeisterin, dass jetzt die Aufforderungen zur Rückzahlung der ersten Coronahilfen eintreffen würden. „Es ist ja klar, dass wir etwas zurückzahlen müssen, dazu sind wir auch bereit.“ Das große „Aber“: Die Hilfen wurden nach den Monaten Mai, Juni und Juli im Jahr 2020 berechnet, Monate in denen die Friseure, trotz verminderte Kapazität, extrem viel Zutun hatten. Somit spiegele die Berechnungsgrundlage nicht die Situation über das ganze Jahr wider, in dem ja ab Dezember noch ein langer Lockdown folgte.

Härtelt-Dören wünscht sich mehr Verständnis von der Politik und einheitliche Regeln für Friseure aller Bundesländer. (Jens Döll)

Neue Regeln auch für den Einzelhandel

Bund und Länder hatten am 2. Dezember beschlossen, dass die 2G-Regel künftig auch im Einzelhandel angewendet wird. Mit Erscheinen der aktualisierten Niedersächsischen Corona-Verordnung tritt dies zum Samstag, 11. Dezember, in Kraft. Das gilt dann auch für Friseure, wenn sie 70 Prozent Auslastung nur zulassen.

In Hann. Münden gibt es Bändchen, die das Einkaufen unter 2G-Regeln erleichtern sollen. Auch in Göttingen gibt es ein solches Modell.

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