Ab April

Frühlingsbeginn in Hann. Münden: Hunde müssen wieder an die Leine

Karina Henze, unterwegs mit Erle (einer Deutsch-Kurzhaar-Hündin) und Leni (einer Bayerischen Gebirgsschweißhündin). Sie gibt den Hunden, die an der Leine geführt werden, ausreichend Möglichkeit zum Schnüffeln.
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Karina Henze, unterwegs mit Erle (einer Deutsch-Kurzhaar-Hündin) und Leni (einer Bayerischen Gebirgsschweißhündin). Sie gibt den Hunden, die an der Leine geführt werden, ausreichend Möglichkeit zum Schnüffeln.

Der 1. April ist der Tag der Scherze. Kein Scherz ist aber, dass ab diesem Stichtag eine Leinenpflicht für Hunde gilt. Es beginnt nämlich die Brut- und Setzzeit der Tiere.

Hann. Münden – Ab dem ersten April heißt es in der Region: Leinenpflicht. Das bedeutet, Hunde müssen bis zum 15. Juli an der Leine geführt werden. Der Grund: Bodenbrüter und Jungtiere sollen vor freilaufenden Hunden geschützt werden, denn dann beginnt die Brut- und Setzzeit.

Ab April: Im Wald ist Brut- und Setzzeit

Das ist der Zeitraum, in dem die Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Brutzeit bezieht sich auf die nistenden Vögel, welche die gelegten Eier bis zum Schlüpfen der Jungen warmhalten müssen. „In der Jagdsprache ist mit der Setzzeit die Zeit gemeint, in der die Elterntiere mit der Aufzucht ihrer Nachkommen beschäftigt sind“, erklärt Karina Henze, die sich als Jägerin intensiv mit der Hege und Pflege beschäftigt. „Nach dem Bundesjagdgesetz dürfen die Tiere in dieser Zeit auch nicht bejagt werden“.

Aber warum genau soll der Hund nun an die Leine?, fragen sich manche Besitzer. Für viele Hundehalter ist die Regelung ein Dorn im Auge. Schließlich kann sich ein Hund sehr gut verausgaben, wenn er durch Wälder und über Wiesen rennen kann. „Ich kann das gut verstehen“, sagt Henze. „Wir Jäger möchten auch niemandem etwas vorschreiben oder gar drohen. Wir möchten aufklären, was passieren kann, wenn Hunde hinter Wild herjagen“. Und in den meisten Fällen sei man auf Verständnis der Hundebesitzer gestoßen. Für sie sei es ganz wichtig, mit Hundebesitzern ins Gespräch zu kommen und Aufklärung zu leisten, das gehöre mit zur Hege und Pflege eines Jägers.

„Für jedes gejagte Tier bedeutet es Stress“

„Selbst wenn ein Vierbeiner nur einen schwachen Jagdtrieb hat, können die meisten Besitzer nicht garantieren, dass ihr Hund nicht hinter Wild her rennt, wenn es plötzlich auftaucht“, so Karina Henze. „Für jedes gejagte Tier bedeutet es Stress“.

Das sei besonders für tragende Rehe gefährlich. Selbst, wenn der Hund es nicht fange oder verletze, könne es durch die Jagd eine Fehlgeburt erleiden. Rehkitze werden von den Müttern zudem in Feldern und Wiesen abgelegt, um sie zu schützen. Menschen bekommen das nicht unbedingt mit, die feinen Hundenasen hingegen schon. Da reicht es bereits, wenn ein Hund das Jungtier beschnüffelt. Das kann dazu führen, dass es von seiner Mutter verstoßen wird. Vertreibt der Hund brütende Vögel oder Enten, besteht die Gefahr, dass die Eier im Gelege auskühlen.

Trifft ein freilaufender Hund auf eine Bache (Wildschweinmutter) mit Frischlingen, kann das gefährlich für den Hund werden. Denn Wildschweine gehen oft zum Angriff über, wenn sie meinen, dass ihr Nachwuchs bedroht wird.

Fahrradfahrer und Spaziergänger: Auf den Wegen bleiben

Fahrradfahrern und Spaziergängern legt Karina Henze ans Herz, auf den Wegen zu bleiben, damit die Eltern mit ihren Jungtieren nicht gestört werden. Ein weiteres Problem sieht Karina Henze im Mitnehmen von vermeintlich von den Eltern verlassenen Jungtieren und Jungvögeln. Das geschehe oft aus Mitleid und falsch verstandener Tierliebe.

In der Regel verlassen Wildtiere und Vögel ihre Jungen nicht auf Dauer. Es kann vorkommen, dass den Tiereltern etwas zugestoßen ist und die Jungen dann hilflos sind. Dann ist der Rat von Karina Henze: Längere Zeit aus der Entfernung beobachten, ob die Eltern zurückkommen und gegebenenfalls einen Jagdpächter hinzuziehen.

Erst am Freitag hat ein freilaufender Hund in Scheden ein tragendes Reh getötet, wie der Jagdpächter nach ersten Erkenntnissen mitteilte. (Petra Siebert)

Wie Transportiert man den Hund sicher im Auto von A nach B? Dazu gibt die Polizei Göttingen Tipps.

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