Führungen im Welfenschloss

Reise in die Vergangenheit mit Herzogin Elisabeth im Hann. Mündener Welfenschloss

Hann. Münden. Bei Führungen im Hann. Mündener Welfenschloss gab es am Wochenende Einblicke in historische Gemächer. Dabei gab es auch Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert zu sehen.

„Ich freue mich sehr, dass Ihr alle an meinem Ehrentag hier erschienen seid“, begrüßte Herzogin Elisabeth ihr Volk auf dem Hofe des Welfenschlosses. Anlässlich des Geburtstages der Herzogin war Ariane Trapp in ihr Renaissance-Kostüm geschlüpft und verkörperte während der Führung Elisabeth. Die Gleichstellungsbeauftragte Julia Bytom, Diakonin der Stadtkirchengemeinde Susanne Rieke-Scharrer und die Leiterin des Städtischen Museums, Martina Krug, hatten zur besonderen Führung durchs Schloss seine Gemächer eingeladen. Besichtigt wurden sie in zwei Gruppen.

Perfekte Wandmalereien

Ariane Trapp und Marie Anne Langefeld nahmen die Besucher mit ins Römergemach, Herzogin Sidonia von Sachsen lud die Gäste ein, ihr ins Gemach zum Weißen Roß zu folgen. Dazu mussten sie eine Spindeltreppe überwinden und fanden sich in einem der beiden besonders seltenen Renaissancegemächern wieder, die noch heute über perfekt restaurierte und flächendeckenden Wandmalereien aus den Anfängen des 16. Jahrhunderts verfügen, wie sie in dieser Art in Deutschland sonst nicht mehr zu finden sind.

Fünf Jahrhunderte zurück reisten die Teilnehmer mit den Stadtführerinnen Sabine Lohmann und Ariane Trapp in den Rollen der Herzoginnen und Maria Anne Langefeld als Kammerfrau Agnes. Mit Taschenlampen konnten die Besucher versteckte Wandmalereien anleuchten, um die vielen Details zu entdecken. 

Im Gemach zum Weißen Roß, das seinen Namen der großen Malerei über dem Kamin zu verdanken hat, durften die Besucher die raumhohen Malereien von Figuren aus dem Alten Testament bestaunen.

Optische Illusion

„Gemalt wurden die Bilder im Stil der Scheinarchitektur“, erklärte Sabine Lohmann in der Rolle der Herzogin Sidonia. Es handele sich um Illusionsmalerei, die dem Betrachter das Gefühl vermittele, mitten im Raum zu stehen. Und tatsächlich sind die Wandmalereien so gestaltet, dass sie bei den richtigen Lichtverhältnissen eine Tiefe vortäuschen, die dreidimensional erscheint.

Das Weiße Roß: Der Malerei über dem Kamin verdankt das Gemach seinen Namen.

Nach der Führung durch das Schloss trafen sich die Gruppen im Rittersaal, hier warteten der ausgezeichnete Schülerfilm „Elisabeth – eine Herzogin die Geschichte schrieb“ sowie Musik von Heike Catalan und Natalia Walter. Sie spielen Lieder für Violine und Piano, zum Abschluss gab es einen Empfang mit Landwein, Brot und Käse.

: Übermalte Wandgemälde

Als die Räume des Welfenschlosses – das Gemach gehört zum alten Teil des Komplexes – im 17. Jahrhundert als Kaserne genutzt wurden, übermalte man die Wandgemälde. Außerdem diente der Raum im Laufe der Zeit als Ratsstube und Kapelle. 1891 fanden erste Restaurationsarbeiten statt, 1968 stellte man die beeindruckenden Wandmalerein wieder vollständig her. 

Wandmalerei: Szenen aus dem Alten Testament zeigen die Malereien an den Wänden im Gemach zum Weißen Roß. Unser Bild zeigt David mit dem Kopf des Goliath.

Die Motive hatte Herzog Erich der I von Lüneburg Braunschweig ausgesucht, um seine Belesenheit deutlich zu machen. Nach dem Besuch des Gemachs zum Weißen Roß ging die Führung weiter ins Römergemach, dem zweiten erhaltenen Raum aus der Zeit der Renaissance.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.