„Wald ist kein Kompost“

Gartenabfälle schaden dem heimischen Wald

Platanen-, japanische Ahorn-, Rhododendron- und Ginkgoblätter sowie Scheinzypressen sind im Strauchschnitt zu finden.
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Diese Arten gehören nicht in den Wald: Platanen-, japanische Ahorn-, Rhododendron- und Ginkgoblätter sowie Scheinzypressen sind im Strauchschnitt zu finden.

Unbekannte laden unerlaubt Strauchschnitt und Gartenabfälle im Wald bei Hann. Münden ab. Försterin Annika Meier weist auf die Folgen für den Wald hin.

Hann. Münden – Am Waldrand nahe der Tillyschanze liegen zwei große Berge Strauchschnitt. Immer wieder finden Försterin Annika Meier und ihre Kolleginnen vom Stadtforst solche illegalen Komposthaufen – an Waldrändern nahe Wohngebieten und Parkplätzen. Doch die werden nicht nur mit Geldstrafen geahndet, sie schaden auch dem Wald und sorgen für höhere Abfallgebühren, wie die Försterin erklärt.

Strauch- und Rasenschnitt aus dem Garten sollte aus mehreren Gründen nicht im Wald abgeladen werden. Zum einen weil in der Natur nie so viel Totholz auf einer Stelle lieg, wie an diesen Orten künstlich aufgehäuft wird. Zum anderen befinden sich darin exotische Pflanzen, die nicht in den heimischen Wald gehören und sich von den Haufen aus ausbreiten. Die zersetzenden Organismen im Boden benötigen mehr Zeit, die Menge und Art an Material zu verarbeiten, wie sie für die dünne Schicht Blätter und Äste regionaler Pflanzen benötigen würden, so die Försterin.

Befinden sich Lebensmittel in den Gartenabfällen, werden dadurch Wildschweine in die Nähe der Wohngebiete gezogen und können dort großen Schaden anrichten – wie kürzlich an der Pionierstraße nahe einer illegalen Lagerstätte geschehen ist. „Zwei Mal im Jahr holt der Landkreis kostenlos Strauchschnitt ab“, betont Annika Meier. Das Abladen im Wald sei deshalb unnötig. Der Betrieb Stadtwald muss die Abfuhr der illegalen Komposthaufen organisieren, die Kosten lege der Landkreis wieder auf die Müllgebühr für die Bürger um.

Weil es sich beim Abladen von Gartenabfällen im Wald um eine Ordnungswidrigkeit handelt, drohen hohe Geldstrafen – doch dafür müssen die Täter auf frischer Tat ertappt werden. Bisher sei das den Försterinnen noch nicht gelungen. An Wohngebieten, wo oft Strauchschnitt hinter der Gartengrenze gefunden wird, habe sie bereits die Anwohner direkt angeschrieben und auf die Problematik hingewiesen. „Der Wald ist kein Kompost“, sagt Annika Meier und bittet daher um die ordnungsgemäße Entsorgung von Gartenabfällen, Rasen- und Strauchschnitt.

Von Kim Henneking

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