Niedersächsische Landesforsten werben für Buche

Gebäude für Revierförster ist aus dem Baustoff, der im Wald wächst

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Zwillingshäuschen mit neuer Funktion: Aus dem ehemaligen Heizhaus im Forstbotanischen Garten ist das Domizil für Revierförster und Naturpark geworden.  Forstamtsleiter Schmidt-Langenhorst mit Architektin Sandra Juwig auf der Terrasse.

Hann. Münden. Was mit heimischem Holz alles geht, das zeigt das neue Gebäude für Revierförster und Naturpark im Forstbotanischen Garten Hann. Münden. 

Es war ein Experiment: Für Architekten und Handwerker war das Häuschen  schon eine Herausforderung, sagen Sandra Juwig und Thomas Volkmer vom Architekturbüro Volkmer. Aber sie lächeln dabei: Das Experiment ist geglückt.

Das Neue: Gebaut wurde ganz in heimischer Buche. „Wir sind ein Buchenforstamt“, sagt Forstamtsleiter Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst, „wir wollten darstellen, was man aus Buche alles machen kann.“ Ein spezielles Buchenbauholz, in vielen dünnen Schichten verleimt, das frisch auf dem Markt ist, und die  so genannte „Thermo-Buche“ eröffneten da neue Möglichkeiten.

So biete das verleimte Holz eine hohe Tragfähigkeit bei einem geringen Querschnitt, beschreibt es Juwig, die Sparren konnten schlanker werden.

Durchblick in den Park: Große Fenster lassen Licht herein und geben den Blick auf den Forstbotanischen Garten frei.

Die „Thermo-Buche“ ist haltbar gemacht und so für den Außenbereich geeignet: Sie wird bei 99 Grad Celsius wärmebehandelt und dadurch widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit. Das Holz „schwindet und quillt dann nicht mehr so stark, Buchenholz hat so die Qualität von Tropenholz“, ergänzt Dr. Schmidt-Langenhorst.

Auch Fenster und Fensterläden,  auch drinnen die Möbel sind aus Buche. Es sei gar nicht so einfach gewesen, Handwerker zu finden, die sich auf das Experiment einließen, beschreiben es Volkmer und Juwig. Die Zimmerleute arbeiten sonst mit den viel weicheren Nadelhölzern. Eine alteingesessene Zimmerei aus Kassel stellte sich schließlich der Aufgabe. Allerdings habe man die Handwerker auch manchmal fluchen hören, berichten die Architekten.

Interessant sei auch das Bauen im Naturdenkmal gewesen – was der Forstbotanische Garten ja ist. Und den lassen die Architekten durch viel Glas großzügig ins Haus. Auf der Terrasse kann man die Natur auch direkt genießen. Gleichzeitig ist über die Terrasse das Haus auch barrierefrei zu erreichen.

Eine weitere Aufgabe sei gewesen, das vorhandene alte Gebäude, das einst die Heizungsanlage für ein daneben stehendes Gewächshaus beherbergte, in das Konzept einzubeziehen und optimal zu nutzen. Diese Aufgabe lösten die Architekten, indem der Anbau die Form des alten Häuschens wiederholt. Der Übergang zwischen den Häusern ist verglast.

Öffnungszeiten und Führungen

Das Büro- und Seminarhaus des Forstamtes im Forstbotanischen Garten, Mitscherlichstraße, in Hann. Münden ist am Sonntag, 25. Juni, dem „Tag der Architektur“ geöffnet. Führungen finden ab 11, ab 13 und ab 15 Uhr statt. Architekten und Forstamtsleiter stehen für Fragen zur Verfügung.

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