Polizei und WSA warnen

Hann. Münden: Gefahr lauert in den Flüssen

Die Fulda in Blickrichtung Wilhelmshausen (Landkreis Kassel/Gemeinde Fuldatal) von der Schleuse in Bonaforth (Hann. Münden) aus gesehen.
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Die Fulda in Blickrichtung Wilhelmshausen (Landkreis Kassel/Gemeinde Fuldatal) von der Schleuse in Bonaforth (Hann. Münden) aus gesehen.

Eine schnelle Abkühlung im Wasser. Nicht nur Freibäder und Badeseen laden dazu im Sommer ein, auch Flüsse werden aufgesucht, um baden zu gehen. Es lauern Gefahren.

Altkreis Münden – Oft werden dabei die Gefahren vergessen oder verdrängt, die Flüsse bergen. Im Altkreis Münden betrifft dies vor allem die großen Ströme Werra, Weser und Fulda. Ausgewiesene Stellen, an denen Schwimmer ins Wasser können, gebe es nicht. „Das Baden ist in öffentlichen Gewässern nicht generell verboten“, sagt Alexander Lorch, Leiter der Wasserschutzpolizei Kassel, die für die Werra, Weser und Fulda zuständig ist. Verboten ist das Schwimmen 100 Meter ober- und unterhalb von Brücken, sagt der Polizeihauptkommissar. Dieses Verbot ist in der Binnenschifffahrtsstraßenordnung festgehalten.

Das bestätigt auch Yasmin Yazdy, Fachbereichsleiterin Schifffahrt beim Wasserstraßen-Schifffahrtsamt Weser (WSA). Das Verbot gelte auch für den Bereich 100 Meter unterhalb und oberhalb von Wehren und Schleusen.

„Es können sich an Wehren gefährliche Strömungswalzen bilden“, berichtet sie. Als Beispiel nennt sie das Wehr bei Wahnhausen. Sprünge von Brücken seien generell untersagt. Dies sei allerdings in Kassel ein größeres Problem als im Raum Hann. Münden. „Das Wasser der Flüsse im Bereich Hann. Münden ist nicht sonderlich tief“, so Yazdy.

Ein Sprung könnte lebensgefährlich sein, da meistens die Wassertiefe nicht richtig eingeschätzt werden kann. Auch in Bad Karlshafen und Wesertal gibt es immer wieder Springer von Brücken, berichtet Alexander Lorch.

Zudem würden die Strömungen in den einzelnen Fließgewässern von Badenden häufig unterschätzt, bestätigen Lorch und Yazdy. Selbst gute Schwimmer könnten an ihre Grenzen stoßen und ertrinken. „Weiterer Faktor ist die Temperatur.“ Diese werde häufig ebenfalls unterschätzt, so Yasmin Yazdi vom WSA.

Ob mehr Menschen im vergangenen Jahr wegen der Beschränkungen bei Schwimmbädern in Flüssen badeten, könne das WSA weder bestätigen noch verneinen. (Jens Döll und Nela Müller)

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