Das Geheimnis um die Gimter Klümpe

So kennt man die Gimter Klümpe-Gruppe: Die Frauen mit Spitzenhaube und weißer Schürze und die Männer im Fischerhemd. Foto:  Siebert

Gimte. Die leckeren Kartoffelklöße wird es nicht wieder geben, denn die Klümpe-Gruppe hat sich vor einigen Tagen aufgelöst. Der Rest des Vermögens von 500 Euro wird der Bürgerstiftung Mündener Hospiz gespendet.

 „Aus der Gimter Küche sind die Gimter Klümpe nicht wegzudenken. Französische Starköche fordern bereits seit vielen Jahren vergeblich das Rezept der Kartoffelklöße einschließlich der Speck-Sahne-Dippe an. Die verschworene Gemeinschaft der Gimter Kochfrauen hütet das Rezept bereits über Generationen als Geheimnis. Es gibt nur eine Chance in den Genuss der Klümpe zu kommen: Besuchen Sie das Weserdorf. Aber Vorsicht - Klümpe machen süchtig“.

Das ist zu lesen, wenn man nach Gimter Klümpen im Internet googelt.

Denn es war seit Gründung das Ziel des Klümpekochens und -verkaufens, den Erlös sozialen Zwecken zuzuführen. 34 Frauen und Männer haben damals beschlossen, das „Gimter Nationalgericht“ auch über die Grenzen des Fischer- und Flößerdorfes bekannt zu machen. Zu der Zeit war Armin Hoffarth Ortsbürgermeister von Gimte. Er und seine Frau Lisa haben das echte Gimte Klümpe-Rezept aus dem Jahre 1860 von seiner Schwiegermutter übernommen, aber es blieb all die Jahre ein Geheimnis. „Die Kunst ist die Zusammensetzung der Kartoffelmischungen“, betont Kochfrau Charlotte Wittling.

Doch die leckeren Kartoffelklöße wird es nicht wieder geben, denn die Klümpe-Gruppe hat sich vor einigen Tagen aufgelöst. Der Rest des Vermögens von 500 Euro wird der Bürgerstiftung Mündener Hospiz gespendet.

„Die Gruppe verfügte über eine gewisse Routine, jeder hatte seine Aufgaben und das hat natürlich auch zusammengeschweißt.“

Anfangs wurden auf zwei Gaskochern Klöße und Dippe zubereitet, wobei die Frauen einige Arbeiten schon zu Hause in der jeweils eigenen Küche erledigt haben. Später stand eine Feldküche zur Verfügung. „Das war schon eine Erleichterung“, so Lisa Hoffarth. Als dann in Eddys Kombüse im damaligen Vereinskrankenhaus gekocht werden konnte, war das optimal. Trotzdem war es vom ersten Handschlag bis zum Verkauf eine logistische Herausforderung. „Die Gruppe verfügte über eine gewisse Routine, jeder hatte seine Aufgaben und das hat natürlich auch zusammengeschweißt“, stellte Armin Hoffahrt beim letzten Zusammentreffen fest. „Und die Zusammenarbeit war überparteilich“.

Während sich die Frauen um die Zubereitung kümmerten, waren die Männer für Auf- und Abbauarbeiten und den Transport der Utensilien zuständig.

Auch nach dem Ende der Klümpe-Ära wird das Klümpe-Rezept wie ein Augapfel gehütet.

Die einzige Chance, an das Rezept zu kommen, wäre die Gründung einer neuen Klümpe-Gruppe. „Die würden nicht nur das Rezept bekommen“; erzählt Lisa Hoffarth, „auch sämtliche Kochutensilien, wie Töpfe, Pfannen, Mengen von Tellern und Schüsseln. Dies befindet sich alles im Keller des Gimter Gemeindebüros.

Die Hoffnung der Klümpe-Frauen und -Männer ist, dass sich doch noch Nachwuchs findet, der Spaß daran hätte, diese Tradition fortzusetzen. Interessierte können sich bei Armin Hoffarth melden unter 05541/73255.

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