Geimpft in den Polizeialltag

Absolventen der Polizeiakademie Niedersachsen erhalten in Hann. Münden Vakzin von Astrazeneca

Vorgespräch mit Fiebermessen: Katharina Fulle (von links), Impfarzt Dr. Klaus Blaschke, Polizeistudent Tom Großkopf bei der Impfaktion in der Polizeiakademie.
+
Vorgespräch mit Fiebermessen: Katharina Fulle (von links), Impfarzt Dr. Klaus Blaschke, Polizeistudent Tom Großkopf bei der Impfaktion in der Polizeiakademie.

In der Polizeiakademie Niedersachsen in Hann. Münden sind erste Absolventen gegen das Coronavirus geimpft worden.

Hann. Münden – Katharina Fulle vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) hält ein Fieberthermometer auf die Stirn von Tom Großkopf – alles im grünen Bereich. Dr. Klaus Blaschke vom mobilen Impfteam aus Göttingen klärt den jungen Polizeistudenten über die Impfung auf, der Impfpass wird ausgefüllt. Hinter einer Stellwand wartet bereits Arne Harring mit der Spritze. Ein kurzer Piks, das wars. „Ich fühle mich sehr gut“, sagt Tom Großkopf aus Kassel nach der Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca.

Wie 69 weitere angehende Polizeibeamte ist er am gestrigen Montag extra nach Hann. Münden gekommen – freiwillig. Wie die anderen hat er gerade seine Ausbildung an der Polizeiakademie beendet. Für ihn geht es nun weiter nach Bodenwerder zum Start ins Berufsleben als Polizeikommissar.

„Für mich ist die Impfung absolut nichts Wildes, ich habe keine Angst davor. Die Möglichkeit von Nebenwirkungen gibt es doch bei jedem Medikament“, sagt er. Im Gegenteil: Durch seine Impfung leiste er seinen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie.

Das bestätigt auch Impfarzt Dr. Klaus Blaschke: Die Wahrscheinlichkeit für schwere Nebenwirkungen, wie der Hirnvenenthrombose, läge bei 1:1 000 000. „Dann dürfte man überhaupt kein Medikament mehr nutzen“, so Dr. Blaschke. Impfreaktionen seien kein Grund zur Beunruhigung. Der Nutzen der Impfung überwöge die Risiken damit klar.

Wichtig sei eine gute Anamnese (Erfragung der Vorgeschichte des Impflings, Anm. der Redaktion): „Wir fragen, immer, wie es den Menschen bei vorangegangenen Impfungen ergangen ist, ob fieberhafte Vorerkrankungen in den letzten vier Wochen vorlagen oder ob der Impfling blutverdünnende Medikamente einnimmt“, erklärt Dr. Klaus Blaschke das Vorgehen.

Das mobile Impfteam hatte am Montag 200 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs dabei, 70 Impfungen waren zunächst angesetzt. „Wir impfen streng nach Priorisierung zunächst diejenigen, die nach ihrem Studium bei uns nun in den Polizeidienst starten“, erklärt der Direktor der Polizeiakademie Hann. Münden Carsten Rose. Wenn noch Impfdosen übrig blieben, gingen diese gemäß Impfpriorisierung dann an weitere Interessierte.

„Dabei geht es insbesondere um Ausbilder, die im Bereich des Kontakttrainings tätig seien, die etwa Selbstverteidigungssport oder Festnahmetechniken lehren“, so Carsten Rose.

Die Impfbereitschaft bei der Polizei schätze er als hoch ein: „Die Studenten machen das alle freiwillig und haben dafür extra den Weg hierher auf sich genommen. Schließlich sind sie ja eigentlich bereits mit ihrer Ausbildung fertig“, betont Rose.

Dass bei der Polizei nun großflächig geimpft werde halte er zudem für sehr wichtig: Der Einsatz- und Streifendienste bringe es mit sich, dass Kontakte zu Menschen, auch solchen, die Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen für sich ignorierten, nicht ausblieben. Das habe jüngst auch der Einsatz bei der Großdemonstration in Kassel gezeigt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn äußerte sich zuversichtlich darüber, dass es mit den Impfungen bald schneller vorangehen könnte. (Thomas Schlenz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.