Anwohner wollen Mitspracherecht

Gelände „Haus Weserland“: Bürgerinitiative in Hann. Münden gründet sich

Peter Schroeteler ärgert sich über die Pläne für ein Seniorenheim auf dem Gelände des ehemaligen Hauses Weserland (Bildhintergrund). Mit weiteren Anwohnern gründet er eine Bürgerinitiative.
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Peter Schroeteler ärgert sich über die Pläne für ein Seniorenheim auf dem Gelände des ehemaligen Hauses Weserland (Bildhintergrund). Mit weiteren Anwohnern gründet er eine Bürgerinitiative.

Eine Gesellschaft möchte das brachliegende Gelände des ehemaligen Hauses Weserland in Hann. Münden bebauen. Geplant sei ein Seniorenzentrum. Das stößt auf Kritik bei den Anwohnern. Eine Bürgerinitiative (BI) soll gegründet werden.

Hann. Münden – Peter Schroeteler ist verärgert: „Was da passieren soll, ist einfach unglaublich“ sagt er. Unterhalb seines Grundstücks an der Straße Lug ins Land liegt die Brachfläche des ehemaligen Hauses Weserland (siehe Karte).

Dort plant das Unternehmen Convivo Parks die Errichtung einer seniorengerechten Wohn- und Pflegeeinrichtung. Das Projekt wurde im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt und ein Aufstellungsbeschluss mehrheitlich für den Beschluss im Verwaltungsausschuss empfohlen.

Befürchtung: Es werden einfach Fakten gschaffen

„Wir befürchten nun, dass der Aufstellungsbeschluss in der Verwaltungsausschusssitzung am 9. Dezember beschlossen wird“, sagt er. Er und seine Mitstreiter fürchteten, dass mit dem Aufstellungsbeschluss Fakten geschaffen würden. Die Bedenken der Anwohner gegen das Projekt hat er in einer E-Mail an die Stadtverwaltung und die Ratsfraktionen formuliert, die unserer Zeitung vorliegt.

Darin heißt es, er sei der Meinung, dass noch viele Fragen gestellt und Fakten geklärt werden müssten, bevor ein so bedeutsames und auswirkungsvolles Projekt weiter vorangetrieben werden dürfe. Das Projekt entwerte seiner Meinung nach nicht nur die Häuser und Grundstücke rund um das Bebauungsgrundstück „Weserland“ in unzumutbarer Weise, es minimiere auch die Attraktivität des gesamten Hanges und der Stadt Hann. Münden als Wohnort. Ferner habe der Betrieb eines so großen Projektes negative Auswirkungen in Form von Verkehrsaufkommen, Umweltbelastung und Lärmbelastung.

Bedarf müsse erst einmal geklärt werden

Zudem müsse über eine „Bedarfsanalyse“ geklärt werden, „ob weitere Einrichtungen dieser Art überhaupt und wenn ja, in welcher Größenordnung in Hann. Münden“ benötigt würden. In seinem Schreiben fordert Schroeteler nun „eine öffentliche und intensive Auseinandersetzung“ mit dem Projekt.

Er bitte daher „alle Entscheidungsträger den bereits eingeschlagenen Weg doch nochmal in Ruhe zu überdenken“, so Schroeteler.„Mit einem Aufstellungsbeschluss würde dem Projektentwickler quasi grünes Licht für die weitere sehr kostenintensive Detailplanung gegeben“, befürchtet er. Der wirtschaftliche Verlauf sei seiner Meinung nach noch gar nicht absehbar. In diesem Zusammenhang verweist Schroeteler auf das Szenario „Hermann-Löns-Straße“, dass sich nicht wiederholen dürfe.

Convivo Gruppe: Bürgerveranstaltung vor Ort

„Bitte beschließen Sie den Aufstellungsbeschluss am 9. Dezember im Verwaltungsausschuss nicht. Bitte erlauben Sie erst eine öffentliche Auseinandersetzung mit allen Beteiligten“, betont Schroeteler in seinem Schreiben an die Stadtverwaltung und Fraktionsmitglieder im Stadtrat.

Ein Sprecher der Convivo Gruppe, die das Projekt plant, erklärte schriftlich gegenüber unserer Zeitung, dass das Unternehmen beabsichtige, eine Bürgerveranstaltung vor Ort abzuhalten, sobald die Corona-Situation dies zulasse. Die Stadtverwaltung verwies ihrerseits im Stadtentwicklungsausschuss auf eine Öffentlichkeitsbeteiligung und eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange, die noch ausstehe.

Das Plant die Gesellschaft für das Areal Haus Weserland

Die Firma Convivo plant laut eines Handouts mit dem Titel Convivo Parks Hann. Münden zur Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses auf dem Areal ein Hauptgebäude mit Tagespflege und 16 Plätzen, ambulantem Dienst, zwei Wohngemeinschaften mit je zwölf Zimmern, ca. 40 Servicewohnungen, Café, Küche Verwaltung sowie Tiefgarage mit 30 bis 35 Stellplätzen sowie vier Einzelgebäude mit ca. 60 Wohnungen und 35 Stellplätzen. (Thomas Schlenz)

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