Geldprobleme: Notärzte in Hann. Münden warten auf Gehälter

Hann. Münden. Einige Mediziner in Münden drohen mit ihrem Rückzug als Notärzte, wenn die AWO Gesundheitsdienste (AWO GSD) ihnen nicht die ausstehenden Gehälter zahlt.

Zahlreiche Notärzte in Hann. Münden warten noch auf Gehälter für geleistete Dienste. Nach HNA-Informationen überlegen einige dieser Mediziner der Vereinigung freier Notärzte, ihre Tätigkeit einzustellen.

Die Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste gGmbH (AWO GSD), Trägerin der beiden Mündener Krankenhäuser, bestätigt auf Anfrage Zahlungsrückstände. Wörtlich heißt es: „Die Notarztgestellung ist gemäß Vertrag mit dem Landkreis Göttingen am Notarztstandort Hann. Münden durch die beiden örtlichen Krankenhäuser weiterhin gewährleistet. Alle Notarztdienste, die ab dem 21. April erbracht werden, werden vollumfänglich bezahlt. Die Geschäftsführung der AWO Gesundheitsdienste gGmbH, der Sanierungsberater sowie der vorläufige Sachwalter arbeiten an einer praktikablen Lösung bestehender Rückstände für die Notärzte, wie auch für alle anderen beteiligten Gläubiger im Insolvenzverfahren. Es haben bereits Gespräche mit einigen Notärzten stattgefunden.“

Die AWO GSD befindet sich in Planinsolvenz in Eigenverantwortung. Das Insolvenzgericht in Hannover hat mit Beschluss vom 21. April die vorläufige Eigenverwaltung über das Vermögen der Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste sowie der Krankenhaus Hann. Münden gGmbH angeordnet. Leistungen, die vor dem 21. April erbracht wurden, auch Notarztdienste, sogenannte Altverbindlichkeiten, müssen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens von den Ärzten angemeldet werden.

Die Erste Kreisrätin in Göttingen, Christel Wemheuer, sagte auf Anfrage: „Wir drängen darauf, dass das Notärzetsystem bestehen bleibt.“ Der Landkreis ist Träger des hiesigen Rettungsdienstes. Laut Wemheuer zahlt der Kreis jährlich 280.000 Euro für den Rettungsdienst im Altkreis. Der Kreis habe einen Vertrag mit der AWO abgeschlossen und erst am Montag von diesem Problem erfahren.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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