Gemeinsam für die Jugend in Chelmno, Polen

Begegnungszentrum in Hann. Mündens Partnerstadt mit finanziellen Schwierigkeiten

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Die Mitglieder des Stiftungsrats: Monika Szwarocka-Loba aus Chelmno, Nortrud Riemann aus Hann. Münden, Wojciech Strzelecki, Vorsitzender des Stadtrats von Chelmno, Artur Mikiewicz, Bürgermeister von Chelmno, Frank Stryga, Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Hann. Münden, Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener und Kamila Cieslewicz, Leiterin des Kulturhauses in Chelmno. Foto: Europäische Jugendbegegnungsstätte /NH

Die Sorge um das Europäische Jugendbegegnungszentrum Kurt-Schumacher-Haus in der Mündener Partnerstadt Chelmno haben am vergangenen Wochenende den Partnerschaftsbeauftragten, Hann. Mündens Bürgermeister und seine Stellvertreterin zu einer Reise nach Polen veranlasst.

Hann. Münden/Chelmno – „Die Coronakrise hat auch in Polen viele Kommunen und Gemeinden in finanzielle Bedrängnis gebracht“, sagt Frank Stryga, Partnerschaftsbeauftragter. Vor allem soziale Einrichtungen hätten darunter zu leiden, so auch die Jugendbegegnungsstätte.

Anfang der 1990er Jahre wurde die Jugendbegegnungsstätte in Chelmno (früher Kulm) aus Stiftungsgeldern errichtet. Ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Partnerstädte. Der gemeinnützige Mündener Verein zur Förderung der Jugendbegegnungsstätte sammelte Spenden, um die Ausstattung zu finanzieren. Die Zimmer in dem Haus tragen die Namen von Mündener Ortsteilen, viele Bilder von Mündener Malern schmücken die Wände. In den Stiftungsrat, der sich um die Jugendbegegnungsstätte kümmert, wurden auch drei Mündener berufen.

Freundschaftliche Verbindung nach Polen seit 30 Jahren

Die „Jugendbegegnung ist wesentlicher Bestandteil der Städtepartnerschaft“, so Frank Stryga. Freundschaftliche Verbindungen werden zu allen weiterführenden Schulen in Chelmno gepflegt und auch zu vielen Vereinen und das seit fast 30 Jahren. Um das auch weiterhin ermöglichen zu können, sei der Erhalt der Jugendbildungsstätte unverzichtbar.

Die laufenden Unterhaltskosten für das Gebäude konnten in den vergangenen Jahren durch die Einnahmen der Einrichtung gedeckt werden. Rücklagen zu schaffen, war so allerdings nicht möglich. Darum wurde das Gebäude bereits vor einigen Jahren an die Stadt Chelmno übergeben, in der Hoffnung, dass die sich um den entstandenen Renovierungsstau kümmern würde.

Chelmno: Finanzielle Schwierigkeiten wegen Coronakrise

Durch die Coronakrise fehlen jetzt nicht nur die Einnahmen der Jugendbegegnungsstätte, sondern auch die Stadt steckt in finanziellen Schwierigkeiten. „Darum entstand die Idee die Jugendbegegnungsstätte einer anderen Nutzung zuzuführen“, erklärt Bürgermeister Harald Wegener. Ein geplanter Beschluss diesbezüglich sollte ursprünglich bereits im März gefasst werden, die Sitzung musste aber wegen der Coronakrise abgesagt werden. Zur Stiftungsratssitzung am 27. Juni machte sich darum jetzt die Mündener Delegation auf den Weg nach Polen, um an der Sitzung teilzunehmen und sich hinter die Jugendbegegnungsstätte und das Austauschprogramm zu stellen.

„Uns ist es wichtig, dass der Jugendaustausch in der weiteren Nutzung des Hauses Priorität hat“, so Harald Wegener weiter. Bisher gibt es dafür nur Ideen, in die Entscheidung sollen auch die Mündener Mitglieder des Rates eingebunden werden. Für sie kommt der Verkauf an einen Privatinvestor nicht in Frage.

Jugendbegegnunsstätte Chelmno mit Übernachtungsplätzen und Seminarräumen

„Ein integratives Projekt steht zur Debatte, das wir begrüßen würden“, sagt Frank Stryga. Vor der Entscheidung soll eine weitere gemeinsame Stiftungsratssitzung stattfinden. Die Ratsmitglieder sind zuversichtlich, dass man eine zufriedenstellende Lösung für alle finden wird: „Nach heutigem Stand gehen wir davon aus, dass alle für das kommende Jahr geplanten Maßnahmen stattfinden können“, so Stryga.

Die Jugendbegegnungsstätte bietet 50 Übernachtungsplätze und verfügt über Seminarräume.  

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